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IT-Standort Saarland: Wie sieht die Zukunft aus?

Saarbrücken. Der geplante Verkauf des Saarbrücker Beratungs- und Software-Hauses IDS Scheer an die Darmstädter Software AG hat im Saarland Befürchtungen aufkommen lassen, dass auch der Standort Saarland bei Informationstechnologie (IT) Schaden nimmt. Die Dienstleistungs-Gewerkschaft Verdi fordert eine „Garantievereinbarung, dass der saarländische Standort und die Arbeitsplätze langfristig erhalten bleiben“. IDS Scheer habe zu Anfangszeiten auch von saarländischen Steuergeldern profitiert, erinnert Verdi-Landesleiter Alfred Staudt. Auch der wirtschaftspolitische Sprecher der Linkspartei, Professor Heinz Bierbaum, fordert „eine Garantie für den Standort Saarbrücken und seine Arbeitsplätze“. Die Unternehmenspolitik müsse weiter vom Saarland aus bestimmt werden.

Der FDP-Landesvorsitzende Christoph Hartmann meinte dazu, dass man sich nicht nur auf IT-Leuchttürme wie IDS Scheer verlassen dürfe, sondern auch den Kleinen helfen müsse. Hier sei zu wenig geschehen, auch wenn man für ein IT-Netzwerk (Cluster) Geld ausgegeben habe. Grünen-Landeschef Hubert Ulrich sagt dazu: „Es reicht nicht, Imagebroschüren mit den Erfolgen der Vergangenheit zu verteilen. Wir brauchen ein tragfähiges Zukunftskonzept, das zur Gründung und Ansiedlung neuer Unternehmen aus der IT-Branche führt.“

Ministerpräsident Peter Müller (CDU) glaubt, dass mit der Übernahme von IDS Scheer durch die Software AG eine „Stabilisierung des Standortes verbunden ist“. Die Position der beiden Unternehmen werde gestärkt. Auch der Staatssekretär im Saar-Wirtschaftsministerium, Christian Ege (CDU), geht nicht davon aus, dass der IT-Standort Saarland geschwächt und die Arbeitsplätze bei IDS Scheer verloren gehen. Er erinnert dabei an den St. Ingberter Ableger des Software-Riesen SAP. Als SAP die damalige Dacos übernommen habe, habe man auch befürchtet, dass der Standort geschlossen würde. „Das Gegenteil ist eingetreten“, macht Ege deutlich. Derzeit „investiert SAP in einen Erweiterungsbau“.

Auch SPD-Chef Heiko Maas sieht in der neuen Konstellation „Chancen und Risiken“. Einer der Dacos-Gründer, Professor Joachim Hertel, fordert allerdings die Errichtung eines „echten IT-Parks in unmittelbarer Nähe zur Universität“. „Die Saarbrücker Informatik hat eine einzigartige Sonderstellung“, sagt er. „Das ist eine Riesenchance.“ Doch „große Unternehmen wie Intel, Google oder Microsoft kommen nur hierher, wenn sie den direkten Kontakt zur Uni haben“. In den IT-Park im sozialen Brennpunkt Saarbrücken-Burbach „gehen die nicht hin“. Lothar Warscheid  
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