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„Ich tendiere zur Verwesung“

Dr. Mark Benecke Foto: ccs

Dr. Mark Benecke Foto: ccs

Was fällt Ihnen zum Saarland ein?

Benecke: Ich hatte hier schon eine Freundin und wurde bereits in die Geheimnisse des Schwenkens eingeweiht. Und ich hatte auch schon Studierende aus dem Saarland. In unserem allerersten Forensik-Kurs, den wir in Köln gemacht haben, kamen die tatsächlich mit einem Schwenker. Ich habe erst jetzt, viele Jahre später verstanden, wie wichtig das ist.

Würden Sie sich alsKörperspender zur Verfügung stellen und was fasziniert Sie an der Ausstellung?

Benecke: Die Spender sind ja eigentlich anonymisiert. Deshalb müsste ich dann ohne Haut in die Ausstellung. Mir ist das eigentlich egal. Es sind ja jetzt auch genügend Spender da. Ansonsten würde ich das sofort machen. Aber so tendiere ich eher zur Verwesung. Ich habe ja früher in Köln auf der Ausstellung gearbeitet und finde es dabei eigentlich am interessantesten, wie total entspannt die Leute eigentlich sind und sich da ihre eigenen Fragen beantworten. Der eine hat irgendwie eine Frage zum Darm, der andere zum Herzen, der andere ist ein bisschen neugierig und bleibt dann irgendwo hängen. Es war gut, dass Angelina Whalley und Gunther von Hagens von Anfang an immer die Besucher-Befragungen beim Rausgehen gemacht haben. Das fand ich sehr, sehr interessant. Also dass die Leute sich überhaupt nicht von dem ganzen Medienhype beeinflussen lassen. Der ist ja heute auch nicht mehr so wild. In Köln gab es noch wochenlang jeden Tag eine Seite-Eins-Meldung. Die einzigen, die total entspannt waren, waren die, die in der Ausstellung waren. Das haben wir auch sonst in der Welt bei Politik, Sportereignissen und Kriminalfällen. Dass es immer ein Riesen-Theater um irgendwas gibt, aber die Leute, die beteiligt sind, eine völlig andere Sicht darauf haben.

Wie schalten Sie von Ihrem Job ab?

Benecke: Ich muss nicht abschalten. Aber zum Beispiel heute Nacht habe ich irgendwie mal eine halbe Stunde nicht geschlafen und dafür habe ein neues, sehr schönes Häschenspiel auf dem Smartphone. Da gibt es keine Kämpfe und Wettbewerbe. Aber das ist nur Quatsch. Ich brauche das eigentlich nicht zum Abschalten. Das hat auch nichts mit Abstumpfung zu tun. Mich belastet meine Arbeit nicht, sondern ich mache sie einfach gerne.

Sie arbeiten auch für das FBI . Das hört sich sehr spannend an.

Benecke: Ist es aber überhaupt nicht. Ich war auf der FBI-Akademie und habe auch mal ein Training für die FBI-Leute an der Universität Tennessee gemacht. Das ist ganz friedlich, kollegial, ganz normales Polizeitraining. Alle sind ganz konzentriert und super engagiert und so. Das hat nichts damit zu tun, was man sich in Kinowelten darunter vorstellt – also mit Hubschrauberfliegen und so. Ich bin mit denen zwar mal mit dem Hubschrauber geflogen, aber da musste ich mich leider übergeben.
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