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Igitt! Tretminen-Alarm in St. Wendel

St..Wendel. „So eine Sch......!“ Den jungen Mann packt die Wut. Er schaute einen Augenblick l nicht vor sich auf den Trottoir – da ist es schon passiert: Sein rechter Fuß steht mitten in einer glitschig braunen Masse. Jetzt scheuert der Passant die Sohle immer und immer wieder an der Bordsteinkante. Verzieht dabei angewidert sein Gesicht. Abermals schaut er unter den schwarzen Schuh, entdeckt Reste des stinkenden Kots, der sich in den Ritzen festsetzte. Mürrisch zieht er von dannen, grummelt noch eine Weile vor sich hin. So geschieht’s tagtäglich in St..Wendel und den übrigen Gemeinden der Region. Und nach der Schneeschmelze kamen noch mehr als sonst solcher ekligen Hundehaufen zum Vorschein. So zumindest schildern es Leser der Redaktion, die sich mächtig darüber ärgern. Ist das aber alles nur ein subjektiver Eindruck?


"Überall findet man vermehrt Hinterlassenschaften"

Thomas Vogt: „Nein, das ist mir auch aufgefallen. Überall findet man vermehrt Hinterlassenschaften.“ Der St..Wendeler Ordnungsamtsleiter bestätigt damit, was erboste Bürger berichten. Was die weiße Pracht zuerst versteckte, trat anschließend verstärkt zu Tage.

Auf Bürgersteigen und Parkplätzen, in Grünanlagen wie dem Park hinter dem Landratsamt – überall schaufelten zurzeit die Kollegen vom Bauhof die Haufen weg. Aber warum sind es jetzt so viele? Der 42-jährige Amtschef : „Sicherlich hat Hundekot durch den Frost länger überstanden.“ Und wenn er auch noch im Schnee versunken ist, hätten womöglich Hundebesitzer wenig Interesse gezeigt, ihn dort herauszuholen und zu entsorgen, spekuliert Vogt. Diese unappetitliche Aufgabe bleibe nun an Stadtbediensteten hängen.

Dabei läuft der Verursacher – in diesem Fall der, der es seinen Hund ungehindert ermöglicht, sich auf öffentlichen Wegen und Plätzen zu erleichtern – Gefahr, zur Kasse gebeten zu werden. Vogt: „Das ist eine Ordnungswidrigkeit und bedeutet ein Bußgeld von 30.Euro.“

Hundehaufen gefährden durch ihre Keime  die Gesundheit

Konkret: Die Polizeiverordnung der Stadt St..Wendel verbiete nun mal, dass öffentliche Anlagen verschmutzt werden. Sei es ein achtlos fallen gelassener Zigarettenstummel oder die in die Hecke geworfene Bierflasche. Abfall jeglicher Art habe nichts an irgendwelchen Plätzen verloren, wo sie nicht hingehören. Dazu zählten selbstverständlich auch Hundehaufen, die durch ihre Keime zudem noch die Gesundheit gefährden könnten. Obwohl gerade jetzt solche Tretminen gehäuft auftreten, sei die Zahl an Bußgeldbescheiden in dieser Sache recht überschaubar, sagt Vogt: „Drei bis fünf Fälle im Jahr sind das.“ Ein Grund dafür: „Oft fehlen Namen. Und wir brauchen Zeugen. Ansonsten haben wir keine Handhabe.“ Im Übrigen halte es der Mann aus dem Rathaus ohnehin für sinnvoller, mit den Umweltfrevelern zu reden statt gleich mit der juristischen Keule zu drohen. Vogt nochmal: „Wir appellieren im persönlichen Gespräch an die Einsicht. Das klappt auch recht gut.“


 

Auf einen Blick

Die Stadt St..Wendel hat an vielen Stellen Abfalleimer speziell für Hundehaufen aufgestellt. Außerdem sind in einem daran befestigten Behälter kostenlose Plastiktüten zu haben, mit denen der Kot aufgesammelt und weggeworfen werden kann. Rund 40 solcher speziellen Müllsammler stehen an von Hundehaltern stark besuchten Plätzen und Wegen. So unter anderem an Sportplätzen, Rad- und Laufwegen sowie in Parks. Etwa 20 dieser Behälter befinden sich nach Angaben aus dem Ordnungsamt im Zentrum, die übrigen wurden auf die Stadtteile verteilt.

Mitte 2010 habe die Verwaltung die Hundekotsammler flächendeckend angeschafft. Zuvor habe es die Gefäße bereits seit rund fünf Jahren entlang dem Radweg zwischen St..Wendel und Tholey gegeben. Nach Amtsangaben werde das kostenlose Angebot gut angenommen. Zwei Mal pro Woche leerten Stadtbedienstete die Eimer. Die „Polizeiverordnung über die Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung auf Straßen und Anlagen in der Stadt St. Wendel“ regelt auch die Müllfrage, zu der Hundekot zählt. Sie ist im Internet zu finden. hgn

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