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Ilicevic verlässt FCK in Richtung Hamburger SV

Kaiserslautern. Es kam alles so plötzlich. So schien es zumindest. Ivo Ilicevic hat den 1. FC Kaiserslautern verlassen. Weil er es so wollte, weil ihn das Angebot des FC Bayern aus der vergangenen Saison nicht in Ruhe gelassen hat und weil mit dem Hamburger SV nun ein anderer großer Name angeklopft hat. Gestern um Punkt zwölf stand er auf der offiziellen Transferliste der Deutschen Fußball-Liga, der letzten, die dieses Jahr veröffentlicht wird.

Es dürfte den Verantwortlichen des FCK nicht leicht gefallen sein, ihn auf diese Liste zu setzen, schließlich hatte ihn Christian Tiffert noch am Samstag nach dem 0:3 und trotz Ilicevics Roter Karte als „einen unserer wichtigsten Spieler bezeichnet“. Ob dieses Lob im Brustton der Überzeugung Tifferts Lippen verließ, ob es dem Kapitän darum ging, Ilicevic eindringlich ins Gewissen zu reden oder ob er es ein Wink an den Verein sein sollte, für adäquaten Ersatz zu sorgen, all das bleibt Spekulation. Fest steht, dass Ilicevic nicht mehr für den Fußball-Bundesligisten spielt.

Es war ein steiler Aufstieg, den der gebürtige Aschaffenburger hinter sich hat, der nach einem Jahr Leihe 2010 endgültig von Bochum nach Kaiserslautern wechselte. Und wo anfangs noch Zweifel bestanden, ob der mittlerweile 24-Jährige die Lücke füllen könnte, die Sidney Sam mit seinem Wechsel nach Leverkusen hinterließ, da gewöhnte er sich schnell an seine neue, gewichtigere Rolle.  Bis dann sogar die Großen anklopften und lockten und Ilicevic den Verlockungen eines Vierjahres-Vertrages bereitwillig nachgab.



Von Vereinsseite fiel die Entscheidung sicher schwerer. Denn selbst wenn Ilicevic vergangene Rückrunde – auch wegen Verletzungen – selten das einlöste, was sein Talent versprach – ein Ilicevic auf der Höhe seines Könnens wird schwer zu ersetzen sein. Die Mannschaft mag den „Klassenverbleib ohne Ilicevic geschafft“ haben, wie Vorstands-Chef Stefan Kuntz betont, aber ohne seine beeindruckende Hinrunde wäre der FCK bedeutend schlechter dagestanden. Dennoch wird kein Ersatz kommen. Und das nicht wegen der Kürze der Zeit. „Es kam nicht überraschend. Ivo hat immer wieder gesagt, dass er nicht bleiben möchte“, sagt Kuntz.

Es war dieses Drängen, das letztendlich in Verbindung mit dem Angebot des HSV zu der Entscheidung führte, Ilicevic abzugeben: „Es war eine Mischung aus all dem. Im Winter hatten wir dem Wunsch nicht entsprochen, weil es von der Zeit extrem knapp war und wir auf seine Leistung gebaut haben. Aber dann haben wir gesehen, dass wir es trotzdem schaffen.“ Der Ersatz soll aus den eigenen Reihen kommen, erklärt Kuntz: „Wir haben Vertrauen in unseren Kader. Ein Olcay Sahan, ein Richard Sukuta-Pasu, ein Konstantinos Fortounis, der den Sommer durchgespielt hat, oder ein Gil Vermouth. Wir glauben an deren Potenzial.“ Es ist dennoch ein Risiko, ohne Ersatz in die weitere Saison zu gehen. Ein Risiko, das seit gestern Abend frühestens wieder im Winter gemildert werden kann.

Und Ilicevic? Er ist froh. „Ich hoffe, dass ich auf meine bisher gezeigten Leistungen noch einen drauf setzen kann“, sagt er. Und: „Der HSV ist eine große Adresse im deutschen Fußball. Daran ändert ja auch der aktuell letzte Tabellenplatz nichts.“
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