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Illegale Werbe-Anrufe beunruhigen Völklinger

Thomas Nowack ist alarmiert: Bei ihm und seinem Team haben sich Kunden darüber beschwert, dass sie seltsame Anrufe erhalten haben. Von den Völklinger Stadtwerken – angeblich. Tatsächlich aber, sagt Nowack, der die Stadtwerke-Abteilung Kundenbetreuung leitet, haben die Stadtwerke mit diesen Anrufen nichts zu tun. Es gebe in Völklingen wohl eine neue Welle illegaler Werbe-Anrufe, vermutet Nowack.

In den Fällen, die ihm zu Ohren gekommen sind, war der Hergang stets ähnlich. Bei Völklingern der mittleren bis älteren Generation klingelte am Wochenende oder abends – weit außerhalb der üblichen Geschäftszeiten – das Telefon. Der Anrufer stellte sich als Stadtwerke-Mitarbeiter vor, bot neue Verträge an und fragte nach Persönlichem, nach dem Geburtstag, nach den Kontodaten. Zweimal kam die gleiche Handynummer ins Spiel; einmal meldete sich Herr Bremer, einmal Herr Schröder. Beide Herren sind über die besagte Nummer jedoch nicht aufzufinden: Ruft man an, antwortet nur eine Automatenstimme mit der Meldung: „Diese Mailbox steht zurzeit nicht zur Verfügung.“

Herrn Bremers Wissbegierde richtete sich auf Spezielles: Er erkundigte sich nach der Stromzählernummer seiner Telefonpartnerin. Die fand’s befremdlich: Hat der Energieversorger solche Daten nicht sowieso? „Ja“, bestätigt Nowack, „danach brauchen wir nicht zu fragen, und wir tun es auch nicht.“

Was kann jemand anfangen mit einer fremden Zählernummer? Wenn man die kenne und dazu Namen und Vornamen des zugehörigen Stromkunden, dann, erklärt Nowack, könne man den Zähler-Nutzer beim Energieversorger abund anderswo anmelden – ein Lieferantenwechsel ohne Zustimmung, sogar ohne Wissen des Kunden. Kein seriöser Energieversorger benutze solche Methoden, um Kunden zu „gewinnen“, sagt Nowack. Aber es gebe freie Vertrags- Vermittler, die nach Erfolg honoriert würden – und daher unter Erfolgsdruck stünden. Dass bei einem Werbe-Anruf nach der Stromzählernummer gefragt wurde, hat Désirée Fuchs, Juristin bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes, bisher noch nicht gehört.

Unerlaubte Werbeanrufe hingegen kommen in ihrem Beratungsalltag oft vor. Und sie wundert sich nicht über wunderliche Fragen: „Daten sind wertvoll“, sagt sie. „Und noch wertvoller ist ein kompletter Datensatz.“ Wer zusätzlich zum Namen auch noch Vornamen, Geburtstag, Adresse und mehr kenne, könne den Satz für eigene Zwecke benutzen. Oder auch verkaufen, es gebe ja lebhaften Datenhandel.

Ihr Rat ist: Wer angerufen wird, sollte keinesfalls Persönliches preisgeben. Und notieren, wann angerufen wurde und von welcher Nummer; mit diesen Daten sei eine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur möglich (siehe „Auf einen Blick“).

Noch besser aber sei, den Hörer sofort aufzulegen: „Am Telefon muss man nicht höflich sein.“ Wer sich gar nicht erst einlasse auf ein Gespräch, dem könne niemand Daten entlocken. Oder „einen Vertrag an die Backe nähen“; das könne nachher viel Ärger und enorme Nöte mit sich bringen.

AUF EINEN BLICK

Wer zweifelhafte Anrufe erhält, sollte vorsichtig sein. Stadtwerke rufen nicht abends oder am Wochenende an, sagt der Völklinger Kundenbetreuungs-Chef Thomas Nowack. Verbraucherschützer und Polizei raten: keinerlei Daten preisgeben, Zeit und Herkunft des Anrufs notieren. Zudem empfiehlt Désirée Fuchs von der Verbraucherzentrale des Saarlandes Zurückhaltung im Gespräch: „Ein Tonband, das einen Vertragsabschluss ‚beweist’, ist leicht zusammengeschnitten“, sagt sie. Die Verbraucherzentrale ist erreichbar unter Tel. (06 81) 5 00 89-0.

Ansprechpartner für Beschwerden ist die Bundesnetzagentur. Auf ihrer Internetseite www.bundesnetzagentur.de findet sich dazu ein Online-Formular. Wer das zu umständlich findet, kann auch die Hotline anrufen, sagt Sprecher René Henn: Tel. (02 91) 99 55-2 06. dd

Unerlaubte Anrufe kosten Bußgeld – bis zu 300 000 Euro

Völklingen. Werbung per Telefon ist in Deutschland gesetzlich verboten – es sei denn, Verbraucher haben ausdrücklich zugestimmt, dass Werber sie anrufen dürfen. Die Einwilligung muss schon vor dem Anruf vorliegen. Es reicht nicht aus, wenn der Anrufer sie erst zu Beginn des Gesprächs einholt. Verboten ist außerdem, bei Werbe-Telefonaten die Rufnummernunterdrückung einzuschalten; der Anrufer muss seine Telefonnummer zeigen. Dabei ist es egal, ob der Anruf von einer Maschine kommt oder von einem Menschen geführt wird. Wer gegen diese Vorschriften verstößt, muss mit einem Bußgeld bis zu 300 000 Euro rechnen. Verstöße zu verfolgen, ist Sache der Bundesnetzagentur. Sie kann Rufnummern prüfen, eventuell auch sperren. Auch die Polizei verfolgt illegale Anrufe – aber erst, wenn sie kriminelle Folgen haben, etwa betrügerische Verträge, Einkäufe in fremdem Namen oder Zugriff auf fremde Bankkonten. dd

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