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Im Einsatz an Heiligabend

Ob Krankenschwester, Tierarzt, Taxifahrer oder Polizeibeamter: Viele Menschen haben Berufe, in denen sie auch an den Festtagen für Patienten, Kunden oder Hilfesuchende da sind.

Heusweiler/Riegelsberg/Püttlingen. Polizeikommissarin Carola Tölle (27) hat an Heiligabend zwölf Stunden Dienst. Von sieben Uhr morgens bis sieben Uhr am Abend geht ihre Schicht in der Polizeiinspektion Köllertal. Sie hofft, dass es ruhig bleiben wird. Doch aus Erfahrung weiß sie: „Gerade an Weihnachten häufen sich auffälligerweise die Streitereien in den Familien.“ Ehepartner, Geschwister und Angehörige aus mehreren Generationen träfen sich zum Fest – auch wenn die Familienbande zerrüttet seien. Häufig müssten die Polizisten dann nach dem Rechten sehen und bei lautstarken Auseinandersetzungen und Handgreiflichkeiten einschreiten. „Meistens spielt Alkohol eine große Rolle“, sagt Tölle. Ihr Kollege Hermann Krächan (53), der an Heiligabend den Nachdienst macht, bestätigt, Gewalt in der Familie sei an Weihnachten eine Standardsituation. „Und das geht durch sämtliche Schichten.“

Für Carola Tölle sind die schweren Momente in ihrem Beruf kein Grund, ihn in Frage zu stellen. Seit neun Jahren ist junge Frau bei der Polizei. Als Mitglied im Opferschutz-Team muss sie auch Todesnachrichten überbringen. „Das geht manchmal nah, aber man kann helfen und Trost spenden.“ Schon früh fühlte sie sich für den Job berufen: „Ich wollte immer schon Polizistin werden, schon in der Grundschule, obwohl keiner aus meiner Familie in dem Bereich arbeitet.“ Ihr Weihnachtsabend wird in diesem Jahr spät beginnen. Gefeiert werden soll bei den Eltern: „Wann ich rauskomme, das hängt davon ab, was passiert.“


Bis nachts um vier


Für Hans-Peter Gentejohann.(48) wird es am 24. auf jeden Fall stressig. Der Taxiunternehmer (Peters Taxi) aus Riegelsberg verbringt den Heiligabend in seiner Telefonzentrale. „Morgens haben wir viele Einkaufsfahrten, mittags fahren viele Kunden dann nach Saarlouis und Saarbrücken, um zu feiern und Leute zu treffen, die sie das ganze Jahr nicht sehen.“ Abends fährt seine Mannschaft die Kunden in den Gottesdienst nach Riegelsberg oder nach Saabrücken, zur Ludwigskirche. „Manchmal geht auch noch eine Glühbirne in letzter Sekunde kaputt, die ersetzt werden will“, beschreibt er die Hektik vor der Heiligen Nacht. Fünf Autos und acht Mitarbeitern hat Gentejohann dann im Einsatz. Und zwar bis nachts um vier, wenn die jüngeren Kunden ins Nachtwerk oder in den S-Club am Ludwigsberg ausgehen.
Gentejohann genießt die besondere Stimmung an den Festtagen: „Die Leute sind an Weihnachten ganz anders drauf, viel herzlicher, sie lassen die Seele baumeln und sind viel geduldiger.“ Der ehemalige Bergmann will „zwischendurch“ Bescherung feiern, gemeinsam mit der Lebensgefährtin, „wenn es ab 22 Uhr ruhiger wird.“

Christina Hoffmann (40), Krankenschwester vom Pflegedienst Johannes Brück aus Heusweiler, hat Weihnachten ganz normal Frühschicht: „Morgens um sieben fahre ich raus, zum Waschen, um Verbände zu wechseln und Insulin zu verabreichen.“


Sensibilität gefragt


In Köllerbach, Püttlingen und Eiweiler besucht sie am Vormittag zwischen zehn und 20 Patienten. Viele Pflegebedürftige seien um die achtzig und lebten mit Angehörigen oder den Ehepartnern zusammen. „Es sind viele Schlaganfallpatienten, die sich selbst nicht mehr helfen können.“ Oft seien diese auch sprachlich sehr eingeschränkt, was Sensibilität erfordert. „Man muss sehr behutsam mit den Leuten umgehen und mit viel Blickkontakt arbeiten.“ Wenn Heiligabend um 13 Uhr Schluss ist, geht es mit der Tochter und dem Opa zum Griechen. „Abends gibt es dann Bescherung und ein Fondue.“ Schließlich muss Hoffmann am nächsten Tag wieder früh raus.

In der Kleintierklinik Köllertal ist am Vormittag des 24. ganz normal Sprechstunde. „Wir haben aber an den Festtagen die ganz Zeit über Bereitschaft und sind innerhalb von fünf Minuten in der Klinik“, sagt Hans-Friedrich Willimzik (Foto: SZ), Tierärztlicher Leiter der Klinik in Püttlingen. Er rechnet am zweiten Feiertag und am Sonntag damit, einige „überfütterte und überfressene Patienten“ mit Einläufen und Magenspiegelungen zu beglücken. Dabei kann Weihnachten für die Tiere zum tödlichen Spiel werden, warnt der Tierarzt, zum Beispiel, wenn die Katze sich am giftigen Lametta labt oder der Hund den Christbaumschmuck vertilgt.„In der Vorweihnachtszeit haben wir schon so einiges erlebt“, sagt Willimzik, „ich bin gespannt, was noch kommt.“


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