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Im Rohrbachtal werden bald Schottische Hochlandrinder angesiedelt

Nach einigem Hin und Her war es am Mittwoch endlich soweit: Oberbürgermeister Hans Wagner unterzeichnete gemeinsam mit den beteiligten Parteien einen Vertrag, der die Ansiedlung von Hochwaldrindern zur Beweidung des Naturschutzgebietes Rohrbachtal regelt. Damit sind die Weichen für eine naturnahe Aufwertung des Gebietes gestellt. Die Maßnahme, die von langer Hand geplant wurde, war durch die zunehmende Überwucherung der Wiesen notwendig geworden. „Durch die starke Verbuschung des Geländes wird dem Ziel, Naturschutzgebiet zu sein, nicht mehr Genüge getan“, erläuterte Barbara Böhme vom Naturschutzbund (Nabu), auf dessen Initiative das Projekt seinen Ausgang nahm. „Also haben wir überlegt, wie man das naturgerecht lösen könnte. Uns war schnell klar: Die besten Pfleger der Natur sind wilde Tiere.“ So kam man auf die schottischen Hochlandrinder, eine sogenannte „Robust-Rasse“, die das ganze Jahr draußen auf der Weide steht und dessen Gras auf natürliche Weise „mäht“. Bei der Stadt traf sie damit auf offene Ohren, denn als Biosphärenstadt möchte St. Ingbert sich so ökologisch wie möglich präsentieren. Mit Landwirt Edgar Sander hatte man zudem einen Experten vor Ort, der sich mit dieser Rinderrasse bereits auskennt und sich gerne zur Mitarbeit an der Umsetzung des Planes bereit erklärte.

Als kompliziert stellte sich hingegen die Klärung der Eigentumsverhältnisse dar: Etwa die Hälfte des Gebietes befindet sich in Privatbesitz, und die Eigentümer waren nicht so leicht ausfindig zu machen. Manche hegten zudem Vorurteile gegenüber dem Projekt. Immerhin: Auf einem Areal von etwa 16 Hektar (von insgesamt 49) werden in Zukunft acht Rinder für eine aufgeräumte Wiesenlandschaft sorgen. Erhofft wird die Wiederansiedelung zahlreicher Tierarten. Besonders die sogenannte „Avifauna“, die Vogelwelt, steht dabei im Blickpunkt.

„Dabei wird es ein strenges Monitoring geben“, sagt Eberhard Veith,Geschäftsführer der Naturlandstiftung Saar , die ebenfalls an dem Projekt beteiligt ist. Das bedeutet, es soll ständig überwacht und geprüft werden, wie sich der Erfolg der Maßnahme entwickelt. „Wenn das Konzept funktioniert, könnten weitere zehn Hektar hinzukommen“, stellt Veith in Aussicht. In den nächsten Tagen wird Landwirt Sander damit beginnen, einen Zaun um das Gebiet aufzustellen. Mitte Mai soll dann mit der Ansiedlung der Tiere begonnen werden. Da Anwohner befürchten, ihre gewohnten Trampelpfade könnten durch die Neuanlage verlorengehen und ihnen so der Zugang zu ihren Grundstücken erschwert werden, sollen diese nach Möglichkeit erhalten bleiben: „Das wird geprüft, ist aber auch rechtlich nicht ganz einfach zu bewerkstelligen“, kommentiert Veith. Wer trotz allem Vorbehalte gegen das Projekt hege oder einfach Fragen habe, könne sich gerne an den Nabu wenden, versicherte Böhme. Denn sie seien von dem Konzept restlos überzeugt. Und auch alle anderen Beteiligten sind begeistert und wollen die Menschen damit anstecken: „Das wird ein Touristenmagnet“, ist sich Eberhard Veith sicher. „Die Leute kommen extra auf die Wanderwege, die um das Gebiet herumführen, um die Tiere zu sehen. Denn die haben so eine beruhigende Wirkung.“  
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