L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Priorität: Dringend

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Im Saarbrücker Rockmobil ist immer was los

Seit 15 Jahren heiß begehrt: Hier rappen  Eddy MC Skywalker, DJ Sir Cut an den Plattentellern und Alija Ferhatovic vom Fenna-Klan (von links) vor dem Rockmobil.

Seit 15 Jahren heiß begehrt: Hier rappen Eddy MC Skywalker, DJ Sir Cut an den Plattentellern und Alija Ferhatovic vom Fenna-Klan (von links) vor dem Rockmobil.

Saarbrücken. Parken, ein Strom-Kabel zum Bus legen - und schon kann gejammt werden! Fast jeden Mittwoch macht das Rockmobil des Saarländischen Rockmusikerverbandes (SRV) beim Jugendzentrum Eschberg Station. Kaum angekommen, wird es von den Jugendlichen gestürmt. Heute sind es Silvia Prüfer, Sonja Zahn, Sie-Ling Wong und Ilja Gordijenko, die als Erste den Bus entern und sich die Instrumente grapschen. Seit drei Jahren spielen die drei 15-jährigen Eschberger Mädels in der Band Right Way, die sich hier im Rockmobil gegründet hat: Silvia singt, Sonja spielt Gitarre, Sie-Ling zupft den Bass. Der 16-jährige Ilja beobachtet das Ganze wohlwollend.

Schlagzeugerin der Frauenkapelle ist Sonjas Zwillingsschwester Caroline. Weil sie heute aber nicht da ist, muss ersatzweise „Rockmobilist“ Markus Becker die Felle gerben. Kein Problem für den 40- Jährigen, der mehrere Instrumente beherrscht: Seit seinem 16. Lebensjahr ist er aktiver Musiker und arbeitete auch schon als Instrumentallehrer. Dass er außerdem Pädagogik studiert hat, prädestiniert ihn geradezu für den Job: Seit 2003 ist Becker Busfahrer, Sozialpädagoge, Musiklehrer, Bandcoach und Tontechniker in einem. Einen Bus-Führerschein musste er nicht machen: Da keine Personen befördert werden, reichte der LKW-Schein. „Musik dorthin bringen, wo sie sonst nicht stattfindet“, lautet Beckers Credo. Er vermittelt Handwerkszeug wie Theorie und hält die Jugendlichen dazu an, sich zu festen Bands zu formieren.

Beim JuZ Eschberg hat das prima geklappt: Zwei feste Formationen gibt es schon, eine dritte gründet sich gerade. Right Way haben die ganze Zeit Songs gecovert und versuchen sich nun an den ersten selbstgeschriebenen Titeln: „Bodenständiger amerikanischer Teenie-Rock“, sagen die Mädchen und lachen. Das Rockmobil bietet dank der Ausstattung namhafter Sponsoren alle Voraussetzungen sowohl für’s Live-Musizieren wie zum Aufnehmen von Demos: Schlagzeug, elektrische Gitarren und Bass, Keyboard, eine Monitoranlage mit Live/Recording- Mischpult, PC mit Multitrack-Recording Interface, aber auch professionelle DJ-Plattenspieler und Cross- Fader-Mixer. Inklusive Verstärker, Boxen und sogar Klimaanlage. Das alles macht das Rockmobil zu einer deutschlandweit fast einzigartigen Einrichtung; nur in Hamburg gebe es seines Wissens Vergleichbares, erzählt Becker. Den alten Saartal-Bus, mit dem das Projekt 1996 startete, hat längst der TüV aus dem Verkehr gezogen. Er wurde 2005 durch einen ebenfalls Gebrauchten ersetzt, der noch mehr Platz bietet.

Neben weiteren Einsätzen steuert das Rockmobil allein 100 Mal pro Jahr die verschiedenen JuZe an, was vom Regionalverband Saarbrücken finanziert wird. „Ich könnte das Rockmobil noch viel öfter anfordern und würde es immer voll kriegen“, erzählt Tanja Moses vom JuZ Eschberg. „Es ist so schön zu sehen, was sich hier entwickelt hat!“ Heute bleibt Right Way kaum Zeit, sich nach ausgiebigem Stimmen der Instrumente ordentlich warm zu spielen: Die nächsten Interessenten drängeln schon.

:: www. rockmobil.org

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