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Im Saarbrücker Zoo gibt es im Winter Dinge zu sehen, die man so nicht erwartet hätte

Den Kamelen kann es gar nicht kalt genug sein und die Pinguine meiden das Eis. Solche zunächst unglaublichen Erkenntnisse bringt ein Winterspaziergang im Zoo mit Zoodirektor und Tierarzt Dr. Richard Francke. Alle Tiere sind zu sehen und sitzen nicht etwa bibbernd in ihren Stallungen – viele genießen sogar das kalte Wetter und stehen trotz Minusgraden schmatzend in der Sonne, wie ein kleines Erdmännchen, das lieber den Kopf Richtung Sonne reckt, als sich unter der Wärmelampe zu strecken.

„Alle Tiere sind für die Besucher zu sehen“, sagt auch Francke. Wenn man sie nicht im Außengehege entdeckt, wie zum Beispiel die Menschenaffen, dann hat man in den Tierhäusern Gelegenheit, durch die Scheiben zu sehen. Die Gorillas sind nämlich momentan im Haus: „Damit sie nicht den Bipps kriegen“, sagt der Tierarzt. Denn auch Affen haben Schnupfen, wenn sie sich „einen Zug“ holen. Und wie war das mit den Kamelen? Die Wüstentiere lieben die Kälte. „Sie stammen aus Zentralasien, dort sind die Winter sehr kalt, und auch in den Wüstengebieten sind Frostnächte die Regel. Deswegen trugen viele Menschen früher Kamelhaarmäntel. Das Fell ist dicht und wärmt ungemein“, sagt Francke.

Probleme mit der Kälte haben die Pinguine auch nicht, aber ihr Wasserbecken friert ein. „Wir haben Pinguine von der Westküste Südamerikas. Die kommen natürlich mit Kälte klar, kennen aber kein Eis. Durch den Humboldtstrom ist das Meer dort eisfrei. Wir haben Angst, dass die Pinguine unter das Eis tauchen und dort ertrinken“, sagt Francke und lässt sie daher lieber im wärmenden Haus.

Die Geparden lieben den Schnee und ziehen den ganzen Tag Kreise im Gehege. In ihrem Haus ist nur moderat geheizt. Zehn Grad warm ist es, das genügt den Katzen, sagt der Tierarzt. Überhaupt sind die Tiere viel besser auf Kälte eingestellt als Menschen – so scheint es. Selbst die tropischen Affen tollen draußen herum und genießen den kalten Wind, während Besucher sich die Mützen über die Ohren ziehen.



Und Tierkinder sind momentan auch zu sehen, zum Beispiel bei den Kängurus. Wobei hier der Nachwuchs bestenfalls ein Beinchen aus dem warmen Beutel der Mutter hängen lässt, denn der Winter ist dem jungen Hüpfer dann doch nicht so geheuer.
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