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Im Saarland bald kein Verkauf von Alkohol mehr bei Nacht gegen Komasaufen?

Von SZ-Redakteur Johannes Schleuning

Saarbrücken. Erste Erfahrungen mit dem Alkohol-Verkaufsverbot zwischen 22 und 5 Uhr in Baden-Württemberg scheinen dem saarländischen Gesundheitsminister Andreas Storm (CDU) Recht zu geben: Seit Inkrafttreten des Verkaufsverbots am 1. März 2010 ist die Zahl der jugendlichen Komasäufer im Ländle kontinuierlich zurückgegangen. Das geht aus einem Report der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) in Stuttgart hervor. Demnach kamen im Jahr 2009 noch 4019 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 19 Jahren mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus.

Ein Jahr später – das Verkaufsverbot war inzwischen in Kraft getreten – waren es nur noch 3942. Im darauf folgenden Jahr 2011 sank die Zahl erneut, auf 3859. „Kein dramatischer Rückgang, aber eine Trendwende“, sagt Daniel Caroppo, Pressesprecher der DAK Südwest in Stuttgart. Zumal: Im gleichen Zeitraum habe die Zahl der Alkoholvergiftungen unter Jugendlichen bundesweit zugenommen.

Der saarländische Gesundheitsminister Andreas Storm hatte am Donnerstag bekannt gegeben, die Einführung eines nächtlichen Alkohol-Verkaufsverbots auch im Saarland zu erwägen, um der hierzulande überdurchschnittlich hohen Zahl von jugendlichen Komasäufern zu begegnen (wir berichteten).

Nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums sind die Fälle von Gewaltkriminalität, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Körperverletzungen seit 2009 im Zeitraum zwischen 22 und 5 Uhr ebenfalls kontinuierlich zurückgegangen. Entsprechend sei seit 2009 auch die Zahl der Tankstellen als Einsatzschwerpunkte der Polizei landesweit von 69 auf 6 zurückgegangen. Im Zeitraum zwischen 20 und 22 Uhr hätten die Fallzahlen dagegen zugenommen – was „ein starkes Indiz dafür ist, dass das Alkohol-Verkaufsverbot Wirkung entfaltet hat“, heißt es in dem Bericht des Innenministeriums, der der SZ vorliegt.

Als „sehr sinnvolle Maßnahme“ bezeichnet auch der Deutsche Jugendschutz-Verband (DJV) das nächtliche Alkohol-Verkaufsverbot. „Denn je länger Alkohol verfügbar ist, desto mehr wird auch getrunken“, erklärte DJV-Chef Max Vollmer gestern der SZ. Komasaufen sei „meist eine Affekthandlung“, die durch ein 24-stündiges Verkaufsangebot „nur begünstigt wird“. Zahlreiche Bundesländer haben die Einführung eines Alkoholverkaufsverbots nach baden-württembergischen Vorbild bisher strikt abgelehnt.

Meist wird dies damit begründet, dass das Jugendschutzgesetz ohnehin den Verkauf alkoholischer Getränke an unter 16-Jährige verbiete. Dieses Gesetz müsse nur strikt eingehalten und kontrolliert werden. Auch die Saar-Jugendorganisationen von SPD und Grünen sowie die Linke lehnten die Einführung eines nächtlichen Alkohol-Verkaufsverbots ab. Sie warben für mehr Aufklärungsarbeit. Juso-Landeschef Philip Weis sagte, alkoholische Getränke gehörten seit jeher zur saarländischen Fest-Kultur.

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