A620 Saarlouis - Saarbrücken Zwischen AS Saarbrücken-Luisenbrücke und AS Saarbrücken-Bismarckbrücke in beiden Richtungen mit Hochwasser ist zu rechnen Eine Einrichtung der Hochwasserumfahrung auf der A 620 für den späten Nachmittag/ Abend kann zur Zeit nicht ausgeschlossen werden. Die Verkehrsteilnehmer werden gebeten, ihre Fahrzeuge vorsorglich nicht im Umfahrungsbereich/ Gefährdungsbereich abzustellen und die mögliche Sperrung in die Fahrzeit einzuberechnen. (11.12.2017, 16:21)

A620

Priorität: Dringend

2°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
2°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Im Saarland gibt es mittlerweile viele Tiere und Pflanzen aus fernen Ländern

Der Signalkrebs überträgt die tödliche Krebspest auf einheimische Tiere.

Der Signalkrebs überträgt die tödliche Krebspest auf einheimische Tiere.

Spätestens mit der Entdeckung Amerikas schafften bis dahin unbekannte Tier- und Pflanzenarten den Weg zu uns nach Europa. Diese sogenannten Nebiota (aus dem Griechischen: neo = neu und bíos = Leben) haben sich mit oder ohne menschliches Zutun in Gebieten angesiedelt, in denen sie zuvor nicht heimisch waren. Als zum Beispiel viele Flusskrebse in Deutschland der Krebspest zum Opfer fielen, versuchte man durch die Einfuhr von Krebsarten aus den USA dafür zu sorgen, dass in Deutschlands Flüssen dennoch reichlich Krebse gefangen werden konnten. Dadurch findet man in saarländischen Flüssen heutzutage etwa Signalkrebse, die ursprünglich aus Nordamerika stammen.

 

Wenn eine neue Tier- oder Pflanzenart in einem bestehenden Ökosystem Fuß fassen kann, muss sie sich oft gegenüber den vorhandenen Bewohnern behaupten. Dann kann es vorkommen, dass einheimische Arten aus ihrem angestammten Lebensraum verdrängt werden. Die neue Art wird in diesem Fall „invasiv“ genannt. Das Bundesamt für Naturschutz hat deshalb eine Warnliste von einigen Tier- und Pflanzenarten herausgegeben, die jetzt schon oder in der nahen Zukunft negative Auswirkungen auf die heimischen Arten haben könnten.

 

Aber nicht nur die Tiere und Pflanzen sind betroffen. Auch wir Menschen bekommen indirekt etwas davon zu spüren: So leidet etwa die Honigproduktion unter der Varroamilbe aus Ostasien, unsere Eschen werden von Pilzen wie dem Eschenstengelbecherchen aus der Mandschurei (Nordost-China) befallen und Kartoffelkäfer aus den USA fressen sich durch die Kartoffelernte.

 

Aus diesem Grund haben die Vereinten Nationen das Übereinkommen über die biologische Vielfalt beschlossen. Zweck des Übereinkommens ist es, die Vielfalt des Lebens auf der Erde zu erhalten und auch nachhaltig zu nutzen.

 

Grundsätzlich ist also die Einfuhr fremder Tier- und Pflanzenarten verboten. Wenn aber trotzdem eine neue Art ihren Weg hierher findet und sich als Gefahr für die heimischen Tiere oder Pflanzen herausstellt, soll sie sofort bekämpft oder zumindest an der Ausbreitung gehindert werden. Auch das Jagdgesetz enthält Regelungen zu gebietsfremden Arten.

 

Nicht jede eingeführte Art stellt aber sofort eine großflächige Bedrohung für die einheimische Tier- und Pflanzenwelt dar. Der Naturschutz teilt neu eingeführte, schädliche Arten deshalb in zwei Gruppen ein: Die schwarze Liste enthält die als invasiv geltenden Tier- und Pflanzenarten, die heimische Arten oder ihre Lebensräume nachweislich gefährden. Hier werden Arten eingetragen, die keinesfalls nach Deutschland gelangen sollen. Gegen Lebewesen auf dieser Liste sollen hierzulande Maßnahmen ergriffen werden, sofern es ohne Schäden am Ökosystem möglich ist.

 

Die graue Liste enthält Arten, deren Schädlichkeit noch nicht ausreichend nachgewiesen ist. Deshalb werden Arten, die auf dieser Liste stehen, in den nächsten Jahren beobachtet und ihre Auswirkungen auf das Ökosystem dokumentiert.

 

In einer losen Serie wird die Saarbrücker Zeitung in der nächsten Zeit einige der invasiven Arten vorstellen, die inzwischen auch im Saarland anzutreffen sind.

 

Nähere Informationen gibt es auf der Seite

 

neobiota.de

 

 
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein