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Im Saarland gibt's zu viele Wildschweine

Saarbrücken. Der Bauernverband Saar schlägt wegen des dramatisch wachsenden Wildschweinbestandes Alarm. Infolgedessen entstehen in der Landwirtschaft große Schäden.  Auf bis zu 10 000 Euro pro Gemarkung, also jenes Gebiet, das bejagt wird, schätzt der Geschäftsführer des saarländischen Bauernverbands, Hans Lauer, das Ausmaß einzelner Schäden auf Acker- und Grünlandflächen. Bei insgesamt 350 Gemarkungen im Saarland beläuft sich die potenzielle Schadenssumme auf 3,5 Millionen Euro. Im Saarland zählen der Hochwald, der Kreis Merzig-Wadern sowie der Saarpfalz-Kreis zu den stark geschädigten Gebieten.

Ein weiteres Indiz für die hohe Schwarzwild-Population ist die Gesamtzahl der binnen eines Jahres geschossenen Wildschweine. Der Landesjägermeister der Vereinigung der Jäger des Saarlands (VJS), Andreas Schober, sagte der SZ, dass die Vermehrungsrate der Tiere bei optimalen Lebensbedingungen bei bis zu 300 Prozent liegt. Das heißt innerhalb eines Jahres kann sich die Zahl von 100 Wildschweinen durch Fortpflanzung verdreifachen. Milde Winter und der damit bedingte Rückgang der Sterblichkeit von Frischlingen sowie das Entstehen von dichten, jungen Waldgebieten durch schwere Stürme hätten zu günstigen Lebensbedingungen der Tiere beigetragen. Zwischen 5000 bis 6000 Wildschweine seien schätzungsweise saarlandweit vom 1. April 2008 bis 1. März dieses Jahres geschossen worden. Allein im Kreis Saarlouis seien im vergangenen Jahr 724 Sauen erlegt worden, so Schober. Um dem Problem der Überpopulation zu begegnen, schlägt Schober eine gemeinsame Strategie von Landwirten und Jägern vor. So sollen etwa auf großen Getreidefeldern Sicht- und Schussschneisen für Jäger geschaffen werden. Schober fordert: „Es muss noch intensiver gejagt werden“. Junge Wildschweine und Sauen ohne Frischlinge sollten stärker ins Visier der Jäger rücken. Denn: „Schäden werden nicht geringer durch wahlloses Zusammenschießen“, sagt Schober.

Der Landesvorsitzende des Ökologischen Jagdverbands Saar, Klaus Borger, fordert dagegen eine Wiederbelebung der Bewegungsjagd. Statt der althergebrachten „Ansitz-Jagd“ vom Hochsitz aus sollten Jäger wieder zu einer revierübergreifenden Bewegungsjagd mit Treibern und Hunden zurückkehren. Borger ist der Meinung, dass so wesentlich mehr Tiere erlegt werden könnten. Zwei Drittel der gesamten Jagdstrecke könne so über die Bewegungsjagd abgedeckt werden, unterstreicht Borger. Trotzdem sei es ein Problem, den derzeit hohen Schwarzwild-Bestand zu dezimieren.

Das genaue Gegenteil schlägt Hartmann Jenal, Chef des Wildtier- und Artenschutzvereins Saar, vor: „Es dürfte mindestens drei bis vier Jahre nicht mehr gejagt werden“. Dadurch sollten die Wildschweinrotten in ihren natürlichen Fortpflanzungszyklus, in dem das Muttertier nur noch ein Mal pro Jahr wirft, zurückfinden. 
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