A8 Neunkirchen Richtung Saarlouis AS Neunkirchen-Oberstadt gefährliche Situation in der Ausfahrt, Unfall, Gefahr durch Gegenstände auf der Fahrbahn (16:30)

A8

Priorität: Sehr dringend

3°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
3°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Im Saarland mehr Freibäder als in Berlin - Trotzdem sind einige völlig überfüllt

Freibad in Völklingen (Archivbild)

Freibad in Völklingen (Archivbild)

Es waren hässliche Szenen am Montagnachmittag vor dem Völklinger Freibad. An den Toren hatte sich eine lange Schlange gebildet, die Einlass begehrte. Doch das Schwimmbad war für neue Gäste schon längst geschlossen – zu voll, hieß es. Die Wartenden gaben sich damit nicht zufrieden, einige versuchten sogar, über den Zaun zu klettern. Erst die Polizei beendete das Aufbegehren. Bedauerlich, findet die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Saarland diese Szenen. „Wir können aber nur an die Vernunft der Badegäste appellieren“, sagt Sprecher Oliver Zangerle, der selbst am Pfingstsonntag im überfüllten Strandbad am Bostalsee zu Gast war: „Das war Wahnsinn, wie viel dort los war.“ Auch das Saarbrücker Totobad schloss wegen Überfüllung zeitweise die Eingangspforten.

Dabei gibt es im Saarland eigentlich genug Freibäder . Insgesamt sind es 36 Freibäder und drei Strandbäder. 2015, wenn das Freibad in St. Wendel renoviert ist und das neue Homburger Schwimmbad eröffnet wird, können es sogar 41 sein. Umgerechnet kommt also ein Freibad auf 22 000 Saarländer. Zum Vergleich: in Berlin mit seinen 3,5 Millionen Einwohnern gibt es nur 23 Frei- und Strandbäder. 152 000 Berliner müssen sich also ein Freibad teilen. Wie viele Besucher die Bäder fassen, bleibt bei dem Vergleich allerdings offen.

„Man kann zu der Einschätzung kommen, dass die Freibäder ausreichen sollten“, sagt Zangerle. Und trotzdem kam es zu der hitzigen Eskalation in Völklingen . Das Problem scheint also ein anderes als die Zahl der Freibäder an sich. „Man darf nicht vergessen, dass die Leute Vorlieben haben“, sagt Zangerle. Manch einer geht eben lieber in ein Naturbad wie in Wadgassen oder Kirkel als in ein gechlortes Becken. Und vielleicht ziehen die Völklinger eben ihr Freibad jenen in Saarbrücken oder Saarlouis vor.

Aber ein Problem an diesem Pfingstmontag in Völklingen war auch, dass die Besucher erst am Freibad-Tor erfuhren, dass kein Platz mehr für sie ist. Könnte also eine Internetseite, auf der die Besucher vorher kontrollieren können, ob im Bad genug Platz ist, diese Probleme lösen? „Das ist eigentlich eine gute Idee. Ganz genau lässt sich zwar nie sagen, wann ein Schwimmbad voll ist, weil ja nicht alle Leute bleiben, bis das Bad schließt. Aber es könnte helfen“, sagt Zangerle.

Jürgen Fried ( SPD ), Präsident des Saar-Städte- und Gemeindetages, zweifelt an der Umsetzbarkeit: „Ich glaube nicht, dass das für die Kommunen zu organisieren ist.“ Die meisten Freibäder werden von den Gemeinden betrieben. Da eine gemeinsame Internet- Plattform zu gründen, dürfte schwer sein, so Fried. Zumal überfüllte Freibäder nur an wenigen, besonders heißen Wochenenden vorkämen. „So viele relevante Tage, an denen die Bäder tatsächlich überfüllt sind, haben wir ja auch nicht“, so der Neunkircher OB. Klimaforscher sehen das anders – die Zahl der heißen Tage in Deutschland steige stetig, so deren Erkenntnis.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein