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Im Saarland startet die Flohmarkt-Saison

Saarbrücken. Pünktlich mit den ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres hat die Flohmarkt-Saison begonnen. Am Wochenende konnten die Saarbrücker neben dem Marktklassiker an der Schlossmauer auch unweit des ehemaligen Hela-Centers und dem Großmarktgelände an der Ostspange auf die Jagd nach Schnäppchen und Seltenem gehen.

Um halb zehn geht es am früheren Hela-Center an der Dudweilerstraße recht übersichtlich zu. Bummeln und Stöbern ist hier weniger angesagt. Es scheint, als ob viele Besucher genau wissen, wonach sie Ausschau halten. „Ich bin immer auf der Suche nach Kinderkleidung“, sagt eine dreifache Mutter und wühlt sich durch einen Stapel mit Babysachen. Sie gehe regelmäßig auf Flohmärkte, meint die Frau und ergänzt, es bleibe nicht viel, wenn man als Alleinerziehende von Hartz IV lebe. Das bestätigt auch eine ältere Dame, die ein paar Stände weiter ein wahres Sammelsurium an Spielsachen betrachtet. Auf Flohmärkten und in Second Hand-Läden sucht sie ganzjährig günstige Geschenke für die große Enkelschar: „Ich möchte die Wünsche meiner Lieben auch mit kleinem Geldbeutel erfüllen können.“ Andere Flohmarktbesucher wie die Dame mit dem auffälligen Hut sind auf der Jagd nach dem Besonderen. Ins Auge fällt ein Schmuckkästchen, das ein gutes Jahrhundert auf dem Buckel hat. 40 Euro soll es kosten, eigentlich ein echtes Schnäppchen. „Ich habe das Stück von einem Experten schätzen lassen, das ist echt“, versichert die Händlerin.

Sie ist ein echter Flohmarkt-Profi, seit 1979 im ganzen Saarland mit ihrem Stand unterwegs. Schon längst bietet sie nicht nur das an, was in der Verwandtschaft oder im Freundeskreis nicht mehr benötigt wird. „Viele Erben geben Haushaltsgegenstände oder auch Sammelstücke gegen Spenden an eine wohltätige Organisation ab“, weiß sie und die Leidenschaft für die Jagd nach Glanzlichtern für ihren Stand blitzt in ihren Augen. Deutlich quirliger ist der Flohmarkt an der Schlossmauer. Hier flanieren Sparfüchse Seite an Seite mit Szenevolk. Zwischen dem Duft von Bratwurst und Döner Kebab stöbern die Passanten. Wer sich hier einen guten Platz sichern will, muss mitten in der Nacht auf der Matte stehen. Vater und Sohn sind um halb vier in der Frühe angetreten, das ist für Flohmarktverhältnisse fast zu spät. Die beiden bieten zum ersten Mal etwas feil, gerade wechselt eine Plüschschildkröte für einen Euro den Besitzer.

Der Vater schaut erleichtert. „Der Flohmarkt ist eine gute Gelegenheit, das Kinderzimmer zu entrümpeln“, erklärt er. Andere Händler sind Vollprofis, bieten echte Schellack-Platten, edle Münzen oder Puppen aus Uromas Zeiten für Sammler an. Der Löwenanteil der Angebotspalette stammt jedoch aus den 60er und 70er Jahren, die Grenze zwischen Kitsch und Kunst ist fließend. Geblümte Sammeltassen tummeln sich neben röhrenden Hirschen und warten ebenso auf einen neuen Besitzer wie das schon fast inflationär vertretene Bild der lasziv über die Schulter blickenden Zigeunerin. Sogenannte Weinrömer, Gläser aus Bleikristall in knallbunten Farben, avancieren zu den heimlichen Stars auf den Verkaufstischen – kaum sind sie ausgepackt, findet sich schon ein Interessent.

Weniger eilig, ein neues Zuhause zu finden, hat es das Stuhlpaar mit dem kanariengelben Fellüberzug für stolze 250 Euro. Aber zum Glück ist auf dem Flohmarkt fast jeder Preis verhandelbar. 
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