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Im Saarland weniger Kinder, die mehr Hilfe brauchen

Saarbrücken. Obwohl es im Saarland immer weniger Menschen unter 21 Jahren gibt, benötigen immer mehr von ihnen sogenannte „Hilfen zur Erziehung“ vom Jugendamt, also etwa einen Betreuungshelfer. Auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die zeitweise aus ihren Familien genommen werden, ist im Saarland mit zehn von 1000 jungen Menschen verglichen mit Rheinland-Pfalz (7,5) und Baden-Württemberg (3,9) hoch. Das sind zwei Ergebnisse des ersten Landesberichts über die „Hilfen zur Erziehung“ in den fünf Landkreisen und dem Regionalverband Saarbrücken. Im Auftrag des Landkreistages und mit finanzieller Unterstützung des Landes untersucht das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz von 2009 bis 2015 die Entwicklungen im Bereich der Hilfen zur Erziehung sowie der Eingliederungshilfen für seelisch behinderte Kinder.

„Wir bewegen uns seit Jahren in einem Spannungsverhältnis zwischen zusätzlichen gesetzlichen Aufgaben und den knapper werdenden finanziellen Ressourcen. Gleichzeitig sind die Familienverhältnisse schwieriger geworden, was zu einem steigenden Hilfebedarf führt“, sagte der Vorsitzende des Landkreistages und St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (CDU). Mit der Studie soll eine Vergleichbarkeit unter den Landkreisen und zu Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg hergestellt werden.

Darüber hinaus soll ermittelt werden, wie Gelder bestmöglich eingesetzt werden können, denn einheitliche Richtlinien für die Jugendämter gibt es nicht. Sie sind auch nicht gewollt, damit auf die unterschiedlichen Situationen individuell reagiert werden könne, betonte Recktenwald. Im Jahr 2010 wurden demnach saarlandweit 116 Millionen Euro für Hilfen zur Erziehung und für Eingliederungshilfen ausgegeben, für mehr als vier Prozent aller jungen Menschen im Saarland. Die Hälfte davon entfalle auf stationäre Hilfe für die unter 21-Jährigen, die aber nur ein Viertel der Fälle stellten. Vor dem Hintergrund sei der in der Untersuchung festgestellte Ausbau ambulanter Hilfen ein Erfolg, so Recktenwald. Er spare nicht nur Kosten, sondern verhindere, dass ein Kind aus der Familie genommen werden müsse. Ein weiteres Ergebnis: Je größer die Armut und andere Faktoren sind – etwa ein alleinerziehendes Elternteil –, desto höher sei der Hilfebedarf.
Die Kosten für die Studie betragen 450.000 Euro. Von ihr verspreche sich auch das Land einen „wichtigen, qualitativen Erkenntnisfortschritt“, da voneinander gelernt werden könne, sagte Landessozialminister Andreas Storm (CDU).


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