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Im Sommer boomt der Handyraub im Saarland

Sommer, Ferien, Einbruchsboom? Im Gegenteil. In den Sommermonaten Juni, Juli und August sind die Einbruchszahlen am niedrigsten. Dabei schwören Verbrecher in dieser Zeit aber ihrem Tun keineswegs ab. Gerade verbreiten Einbrecher in Völklingen und Großrosseln Angst.

Warum die Einbruchszahlen trotz solcher Ausnahmen in den Sommermonaten Tiefstwerte erreichen, erklärt Hauptkommissar Joe Alt vom Kriminaldienst Saarbrücken : „Das Entdeckungsrisiko ist wegen der langen Helligkeit hoch. Einbrecher bevorzugen deswegen die frühen Abendstunden in den Monaten, in denen es früher dunkel wird. Das ist seit langem so.“ Und so wächst Jahr für Jahr die Zahl der Opfer.

2000 Einbrüche in Wohnungen und Häuser gab es 2013 im Saarland. Besonders tagsüber machen Verbrecher Beute. 460-mal gab es 2013 allein in Saarbrücken sogenannte „Tageswohnungseinbrüche“, zehn Prozent mehr als 2012. Die Tatort-Schwerpunkte lagen in Burbach und Malstatt.

Alt rät, trotz der im Sommer niedrigen Einbruchsraten jeden Hinweis auf Abwesenheit zu vermeiden. Dabei seien die altbekannten Tipps immer noch viel wert. „Bitten Sie Ihre Nachbarn, den Briefkasten zu leeren und Rollläden rauf und runter zu machen. Zu wechselnden Zeiten eingeschaltetes Licht signalisiert potenziellen Tätern, dass jemand da ist.“

Ein waches Auge auf die Umgebung verhindere überdies Unheil. „Es ist richtig, auf fremde Fahrzeuge zu achten. Scheuen Sie sich nicht, sofort die Polizei zu informieren, wenn Sie Verdächtiges wahrnehmen.“

Eine wirksame Möglichkeit, sich vor Einbrechern zu schützen, nutzen die Bürger bereits rege: die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle des Landeskriminalamtes. Horst-Dieter Fries ist einer von drei Kriminalpolizeilichen Fachberatern. „Wir informieren Bürger in deren Wohnungen kostenlos und produktneutral, wie sie ihr Zuhause gegen Einbrecher schützen.“ 900 Beratungen pro Jahr schaffen die Sicherheitsprofis. „Unser Angebot ist begehrt“, sagt Fries und bittet um Geduld. Vier Wochen dauert derzeit die Wartefrist.

Der Appell der Polizei zur Wachsamkeit gilt aber nicht nur in unseren Wohngebieten. Experte Joe Alt richtet ihn auch an alle, die auf offener Straße Zeuge einer Straftat werden. Im Herzen Saarbrückens sind gerade in den Sommernächten Höchstwerte bei schweren Straftaten wie dem Handyraub zu verzeichnen. Diese Kriminalität boomt, weil viel auf den Straßen los ist und junge Leute mit Geräten im Wert von mehreren hundert Euro unterwegs sind. „Die Täter versetzen die Dinger in der Regel“, sagt Alt.

Er rät: Jugendliche sollten zumindest nicht in aller Öffentlichkeit mit den Geräten hantieren, weil das potenziellen Räubern mitunter die Gelegenheit zeigt, schnell an Beute zu kommen. Vielen Tätern sei nicht einmal klar, dass sie für solche Verbrechen mit mehreren Jahren hinter Gittern rechnen müssen. Die drohen auch anderen Kriminellen, um die Alt und seine Mitarbeiter sich im Besonderen kümmern. Denn Alt leitet ein Team gegen Gewaltkriminalität. Die Kundschaft nimmt oft Drogen. Mal als Designer-Gift, mal in irrwitzigen Kombinationen, mal mit neuen Wirkstoffkonzentrationen, die selbst „alte Bekannte“ wie Haschisch und Marihuana noch gefährlicher machen.

Nicht um leichte Beute, sondern das Ausleben von Wut, ja blankem Hass geht es bei einem weiteren typischen Sommerdelikt, der Körperverletzung. Joe Alt: „Jetzt ist die Zeit der Volksfeste und des Alkoholkonsums in der Öffentlichkeit. Deshalb erreicht die Zahl der Körperverletzungen im Juni, Juli und August Höchstwerte.“

Alt fordert, die Opfer der Schläger nicht durch feiges Wegschauen im Stich zu lassen. „Ich muss doch von jedem Zeugen verlangen können, dass er wenigstens die 110 wählt, wenn er sich nicht in der Lage sieht, selbst einzugreifen.“

 

Zum Thema:

Auf einen BlickDie Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle des Landeskriminalamts hat Tel. (06 81) 9 62 35 35, Fax (06 81) 9 62 37 65, Mail-Adresse: LPP246@polizei.slpol.de. Bürger von St. Johann können sich auch an die Kontaktpolizisten der Inspektion St. Johann wenden. Auch sie kommen zu den Bürgern, beraten kostenlos und produktneutral. Die Kontaktpolizei in St. Johann ist montags bis freitags von 7 bis 20 Uhr erreichbar unter Telefon (06 81) 9 32 16 66. Ist das Team außer Haus, rufen die Beamten zurück. In dringenden Fällen hilft die Wache unter Telefon (06 81) 9 32 12 33. ole
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