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Im St. Ingberter Gefängnis werden alle Zellen frei

Von SZ-Redakteurin Evelyn Schneider

St. Ingbert. Das Gebäude Nummer elf in der Alten Bahnhofstraße rückt dieser Tage in das Interesse der Öffentlichkeit. Es gehört seit der Einrichtung des offenen Vollzuges im November 1987 zur Justizvollzugsanstalt Neunkirchen. Im Saarland gibt es insgesamt drei Standorte für den offenen Strafvollzug: Neunkirchen, St. Ingbert und Saarlouis. Die in diesen Einrichtungen untergebrachten Gefangenen gehen tagsüber einer Arbeit nach – entweder in der Anstalt selbst oder in umliegenden Firmen – und sind nur am Abend und in der Nacht im Gefängnis.

Im saarländischen Justizministerium gibt es derzeit Pläne, zwei von drei Standorten für den offenen Vollzug zu schließen (wir berichteten). St. Ingbert und Neunkirchen sind im Gespräch. Die etwa 100 Gefangenen, die derzeit in den beiden Einrichtungen untergebracht sind, sollen in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Ottweiler verlegt werden – und zwar im Laufe des Jahres. Nun stellt sich die Frage: Was passiert mit dem Gebäude in der Alten Bahnhofstraße, wenn die Gefangenen ihr neues Quartier bezogen haben? Eigentümer des Gebäudes, das unter Denkmalschutz steht, ist das Land. Thomas Diehl, Pressesprecher des Justizministeriums, bestätigt die Pläne, des Justizministerium diese Liegenschaft in St. Ingbert zu verlassen. Aber Pläne zu einer weiteren Nutzung gäbe es momentan noch keine.

„Wenn das Gebäude keine JVA mehr ist, ist das Justizministerium nicht mehr zuständig. Dann kümmert sich das Finanzministerium um die Weiternutzung“, erklärt Diehl. Auch für einen möglichen Verkauf sei das Finanzministerium zuständig. „Man kann davon ausgehen, dass sich die Liegenschaft gut zum Veräußern eignet“, so Diehl. In diesem Zusammenhang spricht er mögliche „städtebauliche Interessen“ an.

Und die gibt es in der Tat, wie Oberbürgermeister Georg Jung bestätigt: „Wir sind mit dem Land im Gespräch.“ Vor vier Jahren hat es schon einmal Überlegungen gegeben, dass das Gebäude eine mögliche Option für die Stadt sein könnte. Doch damals haben die Verantwortlichen der Justizvollzugsanstalt Neunkirchen, eine mögliche Aufgabe des Gebäudes weit von sich gewiesen.

Das Interessante an dem Gebäude in der Alten Bahnhofstraße ist seine Nähe zur Baumwollspinnerei. 1882 als bayerische Berufsschule erbaut, ist es somit nur drei Jahre älter als die 1885 errichtete Baumwollspinnerei. Ein historischer Zusammenhang ist somit gegeben. Für OB Jung ein Grund dafür, dass das Gebäude in den Besitz der Stadt fallen solle. Er hält eine Nutzung des Gebäudes, „die dem Konzept der Baumwollspinnerei und der Innenstadt zugute käme“ für sinnvoll.

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