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Im St. Wendeler Land leben zwischen 50 und 60 Biber

Gefällte Bäume, angenagte Stämme, errichtete Dämme. Ein arbeitswütiger Waldbewohner ist an den saarländischen Bächen wieder heimisch und hinterlässt an Bäumen und Ästen seinen individuellen Zahnabdruck. Heute leben im St. Wendeler Land zirka 50 bis 60 Nager und an den Wasserläufen des gesamten Saargebiets sogar um die 500, bestätigt der Leiter der Biber- AG der Nabu Saar, Norbert Fritsch. Das war aber nicht immer so – denn der europäische Biber galt lange als ausgerottete Spezies.

Vor genau 20 Jahren startete der saarländische Naturschutzbund (Nabu) mit Hilfe von Spendengeldern und ehrenamtlichen Helfern die Wiederansiedlung des Bibers an den Ufern der Ill, Blies und Prims. Auch im Bereich Marpingen seien 1996 vier Biber ausgesetzt worden, weiß Rasmund Denné vom Naturerlebniszentrum Biberburg in Berschweiler. Die ausgesetzten Biber, die ursprünglich aus Sachsen-Anhalt stammen „sollten bereits ihr Lebensalter erreicht haben. Die allermeisten Biber sind hier geboren und somit saarländisch“, berichtet Denné.

Trotz der typischen Wanderbewegung der St. Wendeler Biber über die Primstalsperre in Richtung Rheinland Pfalz, geht Biberexperte Denné davon aus, dass sich die Tiere weiter ausbreiten. Auch an der Prims hat sich mehr als ein Vegetarier niedergelassen – in Krettnich und in Primstal haben es sich wohl jeweils zwei Biberfamilien gemütlich gemacht. Bernd Konrad, erster Vorsitzender des Nabu Lockweiler-Krettnich, geht auch davon aus, dass sich in den zwei Gebieten insgesamt zirka vier bis fünf dreijährige Biber aufhalten, die in den kommenden Jahren eine Familie gründen werden.

Menschen bekommen den nachtaktiven Pflanzenfresser, der sich im Winter ausschließlich von Baumrinde und im Sommer von Gras ernährt, kaum zu Gesicht. Spätestens wenn sich der Nager an den Obstbäumen auf den Privatgrundstücken zu schaffen macht, ist klar: Hier war ein Biber am Werk. Fritsch rät den Hobbygärtnern, deren Bäume nah am Flussufer stehen, den Stamm frühzeitig mit einer Drahtrose zu umwickeln. „Der Hasendraht ist eine günstige und effektive Methode, die den Baum viele Jahre lang schützt“, bestätigt Fritsch. Da Meister Bockert, wie er im Volksmund genannt wird, zu den Wildtieren der Region zählt, werden die bei einem Schaden entstandenen Kosten nicht übernommen.

Vorbeugende Maßnahmen seien daher sehr wichtig, betont Fritsch. Laien sollten bei Problemen jedoch lieber einen Fachmann verständigen, bevor sie selbst Hand anlegen. Bei Fragen stünden die erfahrenen Biberbetreuer der Biber- AG zur Verfügung. Die Experten beobachten die ihnen zugewiesenen Gewässer und verfolgen die Aktivitäten der Tiere.

 Die Nabu-AG Biber besteht aus Norbert Fritsch, Telefonnummer (0 68 21) 91 36 33, Ulrich Heintz, Telefonnummer (0 68 27) 9 02 92 11 und Rasmund Denné, Telefonnummer (0 68 27) 9 02 92 13.

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