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Im Winter keine Flüge von Saarbrücken-Ensheim auf die Kanaren

Wer in den Wintermonaten einen Urlaub auf den Kanaren plant, muss eine weitere Anfahrt zum Flughafen in Kauf nehmen. Denn zwischen November und März hat die Gesellschaft Tuifly, die Flüge von Ensheim nach Fuerteventura oder Gran Canaria anbietet, diese Verbindungen ausgesetzt. Die letzte Maschine nach Fuerteventura starte am 21. November, der letzte Flug nach Gran Canaria geht einen Tag später los, teilte Tuifly-Sprecherin Friederike Bockhorst mit. Erst ab dem 19. und 20. März würden diese Ziele dann wieder angeflogen.

Es sei durchaus nicht unüblich, dass typische Sommer-Destinationen wie die Kanaren von Fluggesellschaften im Winter aus dem Flugplan genommen werden, sagte Flughafenchef Thomas Schuck . Zwar seien die Kanaren auch im Winter noch ein recht attraktives Ziel, doch die Kernzeit sei auch dort in den Sommermonaten. „Viele Hotels stellen im Winter mittlerweile auch in dieser Region den Betrieb ein und renovieren“, sagt Schuck. Und auch Bockhorst bestätigt, dass die Nachfrage in den Wintermonaten nicht ausreiche. Zwar sei Tuifly in den vergangenen Jahren vom Flughafen Zweibrücken aus auch auf die Kanaren geflogen, aber die Nachfrage sei gering gewesen. „Wir hätten die Flüge auf die Kanaren in den Wintermonaten auch ab Zweibrücken eingestellt“, sagt Bockhorst.

Saarbrücker Reisebüros allerdings können die Politik des Reiseveranstalters nicht nachvollziehen. „Es gibt durchaus Nachfrage“, sagt Michael Schultz, Mitarbeiter im Reisebüro am Rodenhof. „Es wundert mich schon, dass sie die Maschinen nicht füllen können.“ Und auch Ursula Iven, Inhaberin des Reisebüros Holiday-Land, sagt: „Wir könnten durchaus Reisen auf die Kanaren verkaufen. Schließlich ist das eines der wenigen Zielgebiete, das im Winter noch recht zuverlässig warm ist.“ Und das auch nicht im arabischen Raum liegt, der zurzeit wegen zunehmender Sicherheitsbedenken weniger gefragt sei. Erst vor wenigen Tagen ist eine Reisegruppe in Ägypten versehentlich von der Armee beschossen worden. Trotzdem räumt auch Iven ein, dass die Wintersaison für Reisegesellschaften deutlich weniger attraktiv ist, weil gerade mal die Weihnachts- und Winterferien in diesem Zeitraum liegen. „Außerhalb dieser Ferien ist die Nachfrage dann natürlich deutlich geringer.“

Ob diese ausreichen würde, um in Ensheim für genügend Auslastung zu sorgen, sieht Schuck kritisch: „Die Flieger der Tui haben 189 Sitzplätze. Um die vollzubekommen, reicht das Einzugsgebiet dann doch nicht aus.“ Stattdessen würden Luxemburg, Frankfurt oder Stuttgart die Ziele anbieten. Allerdings gibt es aus Saarbrücken weiterhin Verbindungen nach Mallorca und Antalya, die von Air Berlin auch in der Wintersaison weiter angeflogen werden.

 

Meinung:

Alles eine Frage der Nachfrage

Von SZ-Redakteur Joachim Wollschläger

Früher war es definitiv besser: Da konnte man auch im Winter von Zweibrücken aus auf die Kanaren fliegen und musste nicht nach Frankfurt ausweichen. Früher allerdings galten auch noch nicht die harten Subventions-Vorgaben der EU. Und die spielen sicherlich eine Rolle bei der Entscheidung von Tuifly, keine Kanarenflüge mehr aus der Region anzubieten. Sicherlich, als Betroffener ist es unbequem, jetzt erst nach Frankfurt, Luxemburg oder Stuttgart anreisen zu müssen. Als Steuerzahler kann man aber nur froh sein, wenn es die subventionierten Billigflüge nicht mehr gibt. Letztlich ist es eine wirtschaftliche Frage: Wenn ausreichend Fluggäste aus der Region diese Ziele anstreben, wird es auch wieder Flüge geben. Aufgabe des Flughafens ist es, immer wieder dafür zu werben.
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