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Imbissbuden- Betreiber streiten mit Saarbrücken

Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen

Saarbrücken. „Da könnte ja jeder kommen“ – diesen Satz könne er einfach nicht mehr hören, sagt Gerald Domin. Er werde ihm aber ständig gesagt – immer dann nämlich, wenn er bei Leuten aus der Stadtverwaltung versucht, Verständnis für sein Problem zu wecken. Das Problem ist, dass Gerald Domin zusammen mit seiner Frau Stefanie einen mobilen Wurststand betreibt. Grill und Heißwasserbehälter sind auf eine Fahrrad montiert. Das Arbeitsamt hat die Idee finanziell unterstützt, weil die Domins so aus der Arbeitslosigkeit rausgekommen sind.

Diese Geschäftsidee funktioniert aber nur dann, wenn die Domins mit ihrer „Radwurst“ dorthin fahren dürfen, wo Menschen sind – bei schlechtem Wetter auch an Orte, an denen Sie zumindest etwas vor Regen geschützt sind. Und genau das geht nicht, sagen das Ordnungsamt, der Bürgerreferent der Oberbürgermeisterin und ihr Pressesprecher. Man habe den Start des „Radwurst“-Projekts unterstützt, sagt Stadtpressesprecher Thomas Blug. Der mobile Stand darf zum Beispiel am Staden, auf einigen Wochenmärkten, in Tempo-30-Zonen oder an der Saarbahnhaltestelle Johanniskirche aufgebaut werden.

Hört sich gut an, ist es aber nicht, sagen die Domins. Das Ordnungsamt hat nämlich verfügt, dass sie mit ihrem Stand mindestens 250 Meter wegbleiben müssen vom Zoo, den Frei- und Hallenbädern, dem Deutsch-Französischen Garten, von der Saarlandhalle, den Sportstätten, von Kirmesveranstaltungen, Straßen- und Volksfesten.  Die Stadt halte sie also von allen Orten fern, an denen sie Geld verdienen könnten, klagen die Domins. Man könne ja nicht mit einem 300-Kilo-Rad nach Dudweiler zum Markt radeln. „Wenn die Stadt hart bleibt, müssen wir den Betrieb aufgeben und in Hartz IV zurück – das dann aber auch noch mit Schulden“, sagt Stefanie Domin.

Fußgängerzone geht nicht, unter die Kolonnaden dort schon gar nicht, sagt die Stadt – wegen der Gestaltungssatzung dürfen da ja nicht mal Bücherständer rausgestellt werden. „Wenn wir eine Ausnahme machen würden, würden wir einen Präzedenzfall schaffen“, sagt Blug. Im Klartext: Da könnte ja dann jeder kommen.

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