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Immer mehr Bedenken gegen Cattenom

Saarbrücken/Luxemburg. Das Atomkraftwerk Cattenom hat kein gutes Zwischenzeugnis erhalten. Der Beobachter des AKW-Stresstests, Dieter Majer, sagte am Freitagnachmittag: „Die Anlage macht in meinen Augen keinen guten Eindruck.“ Majer ist vom Saarland, Rheinland-Pfalz und Luxemburg beauftragt worden, den Stresstest im lothringischen Kraftwerk zu begleiten. Er war zuletzt Leiter der Unterabteilung „Sicherheit kerntechnischer Einrichtungen“ im Bundesumweltministerium.

Am Freitag hatten Vertreter der Regierungen aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Lothringen und Luxemburg mit Majer über den weiteren Verlauf des Stresstests und einen Inspektionsbericht der französischen Atomaufsichtsbehörde ASN (wir berichteten) zur Lage in Cattenom beraten. Die Inspektion war vor dem Hintergrund des Stresstests um Fragen etwa zur Erdbebensicherheit erweitert worden. Nach Angaben von Majer erläuterte ein ASN-Vertreter den Bericht.

Zur Sprache kamen diverse Mängel: Problematisch sei beispielsweise, dass es keine klare Regelung gebe, was bei einem Erdbeben zu tun sei. Ebenfalls kritisch bewertete Majer, dass das Lager für den Dieselkraftstoff der Notstromaggregate nicht ausreichend vor Grundwasser geschützt. Die ASN habe diesen Punkt bereits vor einem Jahr angemahnt und sei nach der Inspektion Anfang August verärgert, weil das Problem nicht beseitigt worden sei.

Majer bemängelte ebenfalls, dass es keine Qualitätskontrolle für den Dieselkraftstoff gebe, der dann gebraucht wird, wenn die Stromzufuhr für die Kühlung des Kraftwerks ausfallen sollte und auf Notstrom umgeschaltet werden muss. Unklar sei bislang, ob rostige und teils undichte Leitungen direkt zu einem inneren System des Kraftwerks gehören. Insgesamt finden sich in dem Inspektionsbericht rund 50 Punkte, die am Freitag allerdings nicht alle diskutiert wurden, wie Majer erklärte. Die ASN habe berichtet, dass die Mängel in den kommenden drei Monaten behoben werden sollen.

Kein Thema bei der Besprechung war der 390 Seiten starke Bericht des Kraftwerksbetreibers EDF mit der eigenen Bewertung des Kraftwerks. Er fließt in den eigentlichen Stresstest des Kraftwerks ein, dessen Ergebnisse frühestens im Dezember vorliegen sollen.

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