L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Immer mehr Nichtschwimmer im Saarland – Aktionstag am Sonntag soll aufrütteln

Freie Becken für Schulen und Vereine sind selten geworden in öffentlichen Schwimmbädern. Foto: dpa

Freie Becken für Schulen und Vereine sind selten geworden in öffentlichen Schwimmbädern. Foto: dpa

Hoffentlich bleibt uns das Nass von oben an diesem Sonntag erspart, wenn Freibäder im Saarland insbesondere Kinder zum Schwimmen anlocken wollen. Natürlich solche, die es auch können. Dabei will die Initiative „Sicher Schwimmen im Saarland“ auf das Problem aufmerksam machen, dass immer mehr Kinder die Grundschulen verlassen, ohne dort schwimmen gelernt zu haben. Jedes zweite Kind im Saarland unter zehn Jahren ist kein sicherer Schwimmer mehr. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG). Nur das Abzeichen „Seepferdchen“ bestanden zu haben, reiche nicht aus, sagt Oliver Zangerle, DLRG-Saar-Sprecher. Das Frühschwimmerabzeichen hätten zwar fast 80 Prozent der Grundschüler geschafft. Aber das Jugendschwimmabzeichen in Bronze habe nur knapp die Hälfte der Grundschüler, erklärt Zangerle. Dabei seien die Kinder in der Regel erst mit dem Bronzeabzeichen sichere Schwimmer .

 

Aber warum wird an Grundschulen immer weniger Schwimmen gelehrt? „Die Kurse des DLRG sind stark nachgefragt“, sagt Zangerle. Ein halbes bis ein Jahr Wartezeit haben Kinder oft, bis sie einen Platz in einem Kurs kriegen. Wer das Schwimmen nicht in seiner Freizeit lernt, sollte es nach Lehrplan, bestenfalls in der Grundschule, spätestens aber bis zur neunten Klasse vermittelt bekommen. Doch Zahlen des Bildungsministeriums belegen, dass das nicht an jeder Grundschule im Saarland möglich ist. An 25 von 162 Grundschulen finde überhaupt kein Schwimmunterricht statt. Als Hauptgrund gaben die Schulen an, dass es nicht möglich sei, innerhalb der Unterrichtszeit per Bus ein Bad zu erreichen. Die Anzahl der Lehrschwimmbecken und Hallenbäder sei in den vergangenen zwölf Jahren um 40 Prozent zurückgegangen, teilt das Bildungsministerium mit. Zu viele Kommunen haben ihre Bäder dicht gemacht. Auch für die DLRG sei es immer schwieriger, ausreichende Beckenzeiten in den verbliebenen Bädern zu erhalten. „Mit Schulen und Vereinen verdienen die Bäder eben nicht viel Geld“, sagt Zangerle.

 

Für mehr Schwimmlehrer hat das Bildungsministerium jetzt gesorgt. Statt 25 Grundschulen ohne Schwimmunterricht sollen es ab kommendem Schuljahr nur noch 13 sein. Acht Hilfskräfte will das Ministerium dann an Grundschulen einsetzen. Sie sollen die Lehrer beim Schwimmunterricht unterstützen und Übungsleiter vermitteln. Der Kurswechsel ist überfällig: Zwei bis drei Menschen ertrinken jedes Jahr im Saarland, sagt Zangerle.

 

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Auf einen Blick An neun Orten bieten Vereine am Sonntag zwischen 14 und 18 Uhr bei freiem Eintritt in die Bäder Mitmachangebote für Kinder an. In allen Bädern wird das Jugendschwimmabzeichen kostenfrei abgenommen. Zum Programm gehören Schnorchel- und Rettungsübungen sowie Schwimm-Schnuppertraining. Folgende Bäder machen mit: Freizeitzentrum Blieskastel, Dudobad Dudweiler, Bürgerbad Friedrichsthal, Aqualouis Saarlouis, Heidebad in Schmelz, Naturfreibad Heilborn Merzig, Freibad St. Wendel, Lakai Neunkirchen, Freibad Sonnenborn Illingen. hep
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