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Immer mehr Saarländer lassen sich die Hautbilder stechen

Für manche Tattoo-Fans sind die bunten Verzierungen mehr als nur Körperschmuck, für sie ist es eine eigene Kunstform. Foto: dpa

Für manche Tattoo-Fans sind die bunten Verzierungen mehr als nur Körperschmuck, für sie ist es eine eigene Kunstform. Foto: dpa

Viele tun es, und es werden immer mehr: Menschen, die sich tätowieren lassen. Laut einer Studie der Universität Leipzig trug im Jahre 2009 etwa ein Viertel der Deutschen zwischen 25 und 34 Jahren mindestens eine Tätowierung. Dabei tragen die Hautbilder längst nicht mehr nur Häftlinge oder Matrosen , sie sind zum Kunstobjekt aufgestiegen. Tätowierungen sind bei Jugendlichen sowie Prominenten beliebt, und sogar Soldaten dürfen sie tragen. Wenn sie beim Tragen einer Uniform sichtbar sind, müssen sie allerdings abgedeckt werden. Bei Sportlern sind auffällige Tattoos sehr beliebt: Der Fußballer Jérôme Boateng beispielsweise trägt ein Kreuz und die Jungfrau Maria auf dem Arm.

 

Die meisten Tätowierer haben ein Spezialgebiet, mit dessen Symbolik und Techniken sie besonders vertraut sind. Sascha Roth vom Tattoostudio „Fade to Black“ in Dudweiler etwa sticht bevorzugt Bilder im „American Traditional“- oder „Oldschool“-Stil, also hauptsächlich Seemanns- oder Schädelbilder. Dennoch ist seine Kundschaft bunt gemischt. Das Mindestalter für eine Tätowierung liegt bei 18 Jahren, nach oben scheint die Grenze offen: Roths ältester Kunde ist stolze 72 Jahre alt.

 

Dabei ist die Wahl eines Motivs sowie der Körperstelle nicht immer leicht: Ein Tattoo soll immerhin über Jahrzehnte hinweg bleiben. Der Tätowierte Florian, der anonym bleiben will, konnte sich bei seinem ersten Tattoo „nur schlecht entscheiden, ob ich es so ausrichte, dass ich es gut sehe oder jemand anders“. Deshalb hat er sich für ein sogenanntes Ambigramm auf dem Arm entschieden, einen Schriftzug, der aus mehreren Blickwinkeln lesbar ist. Diesem folgten weitere kleine Tattoos , dann ein größeres Bild auf dem Bein und schließlich großflächige Tätowierungen auf dem Arm, die das erste Bild umschließen. Auf die Frage, ob er mit allen seinen Tätowierungen zufrieden sei, antwortet er: „Ich denke, jeder hat einmal Stellen innerhalb eines Tattoos , bei dem zum Beispiel die Linienführung besser sein könnte. Vielleicht ist man auch mal danach schlauer und denkt sich, dass man sich das eine hätte sparen können oder zu einem anderen Tätowierer hätte gehen sollen.“ Entfernen lassen würde Florian sie aber nicht.

 

Da bei einem Tattoo die oberen Hautschichten verletzt werden, um die Farbe unter die Haut zu bringen, ist eine hygienische Arbeitsumgebung wichtig. Sonst kann es, wie bei jeder Form der Verletzung, zu Infektionen kommen. Derzeit sind im Regionalverband Saarbrücken 34 Tattoostudios und neun reine Piercingstudios gemeldet. Diese können nach dem Infektionsschutzgesetz durch die Gesundheitsämter überwacht werden. Deshalb hat das Gesundheitsamt des Regionalverbands einen Plan erstellt, durch den eine saubere Arbeitsumgebung gewährleistet wird. Für die Einhaltung der Vorschriften ist der Inhaber selbst verantwortlich. Bei Fragen zu einer Neueröffnung kann er sich an das Gesundheitsamt wenden oder um eine Inspektion bitten. Aber auch Kunden haben die Möglichkeit, bei Problemen mit einem Studio unter der Telefonnummer (06 81) 5 06 53 77 anzurufen.

 

Eine vor kurzem durchgeführte Inspektion saarländischer Studios hat hauptsächlich schnell korrigierbare Übertretungen des Plans ergeben. Es gab zwar laut Michael Ruppenthal, Hygiene-Inspekteur des Gesundheitsamts, in einigen Fällen Beanstandungen, doch großteils handelte es sich um fehlende oder unvollständige Hygienepläne oder Fehler bei der Desinfektion des Arbeitsplatzes.

 

Wenn man die Erstellung einer Tätowierung bereut, gibt es Möglichkeiten der Entfernung. Lidia Klink, Geschäftsführerin der „Hautlicht Tattooentfernung GmbH“ in Saarbrücken , empfiehlt die Entfernung per Laser. Durch den Laserstrahl werden die Farbpigmente einer Tätowierung in kleinere Teile aufgebrochen, welche dann vom Körper abtransportiert werden. Klink nennt als Begründung für Tattoo-Entfernungen neben unliebsam gewordenen Motiven hauptsächlich berufliche Ursachen, da nicht jeder Berufszweig sichtbare Tätowierungen gestattet. Obwohl die Toleranz gegenüber Tattoos gestiegen sei, würden doch immer mehr Leute zu ihr kommen, da moderne Entfernungen deutlich risikoloser seien als früher, sagt Klink.

 

Das Bundesamt für Ernährung und Landwirtschaft hat unter www.safer-tattoo.de Infos zusammengestellt. Es gibt Hinweise, wie man ein kompetentes Tattoo-Studio erkennt.

 

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