A620 Saarbrücken Richtung Saarlouis AS Saarlouis-Mitte Baustelle, Ausfahrt gesperrt bis 22.12.2017 16:00 Uhr (13.11.2017, 11:43)

A620

Priorität: Dringend

11°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
11°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Immer mehr Studenten ohne Abi

50 000 Menschen studieren in Deutschland inzwischen ohne Abitur. Foto: Erichsen/dpa

50 000 Menschen studieren in Deutschland inzwischen ohne Abitur. Foto: Erichsen/dpa

Gut 50 000 der 2,7 Millionen Studierenden in Deutschland haben kein Abitur. Diese „Schallmauer“ wurde nach aktuellen Berechnungen im vorigen Jahr durchbrochen, nachdem sich die Zahl der Studenten ohne allgemeine Hochschul- oder Fachhochschulreife zwischen 2010 und 2014 schon auf 49 800 verdoppelt hatte. Wie das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) gestern weiter mitteilte, steigt die Nachfrage nach einem Studium ohne Abi seit zwei Jahrzehnten kontinuierlich.

Voraussetzung für die Bewerbung um einen Studienplatz ohne Hochschul- oder Fachhochschulreife ist zumindest eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie der Nachweis entsprechender Berufserfahrung. Interessierten stehen bundesweit knapp 7000 Studienangebote offen.

Die Zahl der Erstsemester ohne Hochschulzugangsberechtigung erreichte 2014 mit 14 000 ebenfalls einen neuen Rekordwert. Nach Angaben des bei der Bertelsmann-Stiftung angesiedelten CHE entsprach dies einem Gesamtanteil an den Studienanfängern von 2,8 Prozent. Im Saarland lag die Quote der Studierenden ohne Abitur im Jahr 2014 bei nur 0,62 Prozent, dies sei im bundesweiten Vergleich der vorletzte Platz.

Einen Boom gab es bei der Zahl der beruflich Qualifizierten, die ein Studium erfolgreich abschlossen – sie kletterte im Vergleich zu 2013 um rund 1000 auf 5300 (plus 22 Prozent). „Vor allem Fachhochschulen haben sich für berufliche Qualifizierte geöffnet“, sagte CHE-Expertin Sigrun Nickel. Bei den Fächern entschied sich jeder zweite Erstsemester ohne Abi für ein Studium im Bereich Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Neben Menschen ohne Abi drängen nach CHE-Daten „Teilzeit-Studenten“ in die Hörsäle. Doch wer – etwa aus familiären Gründen oder beruflichen Verpflichtungen - eine Alternative zum Vollzeit-Studium sucht, hat nur begrenzte Auswahl: Aktuell können bundesweit 10,6 Prozent aller Studiengänge in Teilzeit studiert werden. Die rund 170 000 Teilzeit-Studierenden zieht es vor allem an private Hochschulen. Die Angebote unterscheiden sich laut Analyse erheblich: Den höchsten Anteil an Teilzeit-Studiengängen im Wintersemester 2015/16 gibt es im Saarland mit 64 Prozent. Dahinter liegen Hamburg mit 42,6 Prozent und Brandenburg, wo jeder dritte Studiengang in Teilzeit studiert werden kann. Neun Länder haben eine Quote unter 10 Prozent.

CHE-Geschäftsführer Frank Ziegele sagte: „Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Gruppe der Studierenden nicht nur größer wird, sondern auch heterogener. So anspruchsvoll es für die Hochschulen auch klingen mag: Studierende brauchen Angebote, die auf ihre individuelle Bildungsbiografie und Lebenssituation abgestimmt sind.“
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein