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Immer noch: Frauen verdienen acht Prozent weniger

Saarbrücken. Bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit verdienen Frauen in Deutschland acht Prozent weniger als Männer. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Statistischen Bundesamtes im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. „Dies bedeutet, dass im Durchschnitt Frauen auch dann weniger als Männer verdienen, wenn sie vergleichbare Arbeit leisten“, fasst das Bundesamt zusammen. In den letzten Jahren war immer die Rede davon, der Verdienstunterschied bei Männern und Frauen liege bei 23 Prozent. Das Bundesamt spricht bei den acht Prozent sogar von einer Obergrenze. „Er wäre geringer ausgefallen, wenn der Berechnung weitere lohnrelevante Eigenschaften – vor allem Angaben zu Erwerbsunterbrechungen – zur Verfügung gestanden hätten“, heißt es im Bericht.

Durch geschickte Berufswahl und kürzere Familienphasen  Einkommen verbessern


Frauen, die ihre Berufstätigkeit lediglich kurz unterbrochen haben, würden im Schnitt „nur noch“ vier Prozent weniger verdienen als Männer, teilt die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit mit. „Bei der Angleichung der Gehälter sind Unternehmen, Gesellschaft, aber auch die Frauen selbst gefordert. Frauen können, sowohl durch eine geschickte Berufswahl als auch durch kürzere Familienphasen ihr Einkommen verbessern“, sagt Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion. Grundlage der Analyse des Statistischen Bundesamtes ist eine Umfrage unter rund drei Millionen Beschäftigen im Jahr 2006.

Bei tarifvertraglich gebundenen Arbeitsplätzen könne es eigentlich keinen unterschiedlichen Verdienst von Frauen und Männern geben, sagt der stellvertretende Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) im Saarland, Mathias Hafner. Allerdings gebe es auch in Branchen mit Tarifvertrag außertariflich Beschäftigte, die wegen ihrer anspruchsvollen Tätigkeit noch oberhalb der höchsten Vergütungsgruppe bezahlt würden. Dort sei das Gehalt dann Verhandlungssache.

Frauen in Gehaltsverhandlungen oft zurückhaltender 

„Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass Frauen häufig in Gehaltsverhandlungen zurückhaltender auftreten als Männer und sich so ‚unter Wert’ verkaufen“, erklärt Hafner. Dass Frauen in Gehaltsverhandlungen häufig schlechtere Ergebnisse erzielen als Männer, könne auch an fest gefügten Rollenvorstellungen liegen. Der Mann gelte dann als Familienernährer, die Frau als Hinzuverdienerin. „Die Verhandlungsbasis der Frauen wird immer besser: Denn die Unternehmen benötigen im Zuge des demografischen Wandels dringend Fachkräfte“, sagt er. Bei den 23 Prozent Unterschied wurden verschiedene Berufe miteinander verglichen, also zum Beispiel der Stundenlohn eines Managers und einer Kassiererin miteinander verglichen. Dieser so genannte unbereinigte Gender Pay Gap liegt nach Angaben des Bundesamtes auch weiterhin bei rund 23 Prozent.

„Während Frauen im Jahr 2006 einen Bruttostundenlohn von 13,91 Euro erzielten, belief sich der Durchschnittsverdienst der Männer auf 17,99 Euro“, sagt das Bundesamt. Dieser Unterschied komme schon durch die Berufswahl von Frauen und Männern zu Stande, sagt Mathias Hafner. Der dritthäufigste gewählte Ausbildungsberuf von Mädchen im Jahr 2009 sei Friseurin gewesen. „Ein zwar sehr kreativer Beruf, der aber mit die geringsten Verdienstmöglichkeiten überhaupt bietet.“

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