L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (19.09.2017, 01:43)

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In Bliesen werden kostbare Öle produziert

Bliesen. Wenn Bruno Zimmer von Ölen spricht, dann sind damit weder Brenn- und Schmierstoffe gemeint noch die Massenware, die in Supermärkten zum Frittieren bereit steht. Zimmer betreibt eine Ölmühle in Bliesen-Oberthal, und er hat sich auf besonders hochwertige Öle spezialisiert – als Lebensmittel und für kosmetische Anwendungen.

Die Palette der Öle aus Bliesen ist breit: Da wären beispielsweise Öle für Ayurvedische Massagen oder Wellness-Behandlungen – „Wir geben gerne damit an, dass unser Öl auch auf dem ‚Traumschiff‘ benutzt wird“, sagt Zimmer. Da wären aber auch die vielfältigen Speiseöle: vergleichsweise preiswerte Öle aus aus Lein, Raps oder Weizenkeimen aber auch kostspielige Öle wie Kürbiskern- Traubenkern- oder Haselnussöl.

Unterschiede in Reinheit und Produktionsverfahren

Mit den Ölen, die in Legionen im Supermarkt stehen, haben diese Spezialöle wenig zu tun: „Die meisten Öle auf dem Markt sind verschnitten, also mit billigeren Ölen gemischt“, sagt er. „Wenn Sie Kürbiskernöl kaufen, bekommen Sie oft nur einen kleinen Anteil Kürbiskernöl.“ Nicht nur in ihrer Reinheit, auch im Produktionsverfahren unterscheide sich die Ware aus Bliesen: „Unsere Öle werden kalt gepresst“, sagt Zimmer – dabei bleibt noch ein Anteil von rund 15 Prozent Öl in den Rückständen, die als Viehfutter, teilweise aber auch als Nahrungsergänzungsmittel weiterverwendet werden. Raffinierte Öle dagegen würden durch Zugabe von Benzin sämtliche Öl-Anteile auslösen. „Später wird das Benzin zwar wieder durch Erhitzen vom Öl getrennt, Reste werden aber toleriert“, sagt Zimmer.

Erst nach drei Jahren hat sich das Geschäft stabilisiert

Zimmer erweist sich als Überzeugungstäter: Obwohl er eine gute Position als Betriebsleiter in einem Lebensmittelwerk hatte, hat er 1992 die fixe Idee umgesetzt, Weizenkeimöl zu produzieren. „Es gab damals nur einen Hersteller in Europa, und der diktiere die Preise“, erzählt er. Das erste Öl aus seiner Produktion in einer alten Baustoffhalle in Gehweiler ging an einen Naturkosthändler, die Weizenkeimflocken nahm ein großer Toasthersteller ab. In dieser Zeit sei er jährlich 100 000 km gefahren, um weitere Kunden zu finden. Erst nach drei Jahren habe sich das Geschäft stabilisiert. 1998 hat er dann die Fabrikation in Bliesen gebaut. Heute beschäftigt Zimmer 50 Mitarbeiter und macht einen Umsatz von 4,5 Millionen Euro.

Privatkundengeschäft noch ausweiten

Während das Unternehmen sich bisher sehr stark auf den gewerblichen Bereich konzentriert hat – zahlreiche Kurkliniken nutzen sowohl die Massage- wie auch die Speiseöle – will Zimmer das Privatkundengeschäft noch ausweiten, unter anderem über einen eigenen Mühlenladen oder den Online-Shop im Internet. Und auch im Globus stehen seine Öle. Die sind im Vergleich zu normalen Ölen zwar immer noch teuer, sie kosten ein Vielfaches der industriellen Massenware, „aber wir überzeugen über Verkostungen“, sagt Zimmer. „Denn die Qualität, die wir machen, ist extrem hoch.“

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