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In Eppelborn wird eine große Bandbreite des Figuren- und Puppentheaters gezeigt

Conni und ihr Bruder Jakob sind allein mit Papa, weil Mama für vier Tage verreist ist. Jungen und Mädchen ab drei Jahren werden im Big Eppel auf ihre Kosten kommen. Foto: Wodo Puppenspiel

Conni und ihr Bruder Jakob sind allein mit Papa, weil Mama für vier Tage verreist ist. Jungen und Mädchen ab drei Jahren werden im Big Eppel auf ihre Kosten kommen. Foto: Wodo Puppenspiel

Vor 30 Jahren wurde das Musical „Linie 1“ vom Berliner Grips-Theater uraufgeführt, aber das Lied „Du sitzt mir gegenüber“ sitzt sicher noch in vielen Köpfen drin. Mitsingen und Mitwippen ist also durchaus erwünscht, wenn das Lübecker Kobalt-Theater am 26. Februar die Eppelborner Figurentheatertage mit der Revue eröffnet. 41 verschiedene Figuren werden auf der Bühne des Big Eppel die Zuschauer in ihren Bann ziehen, verspricht der künstlerische Leiter Aloysius Scholtes. „Die ganze Welt in einem U-Bahnwaggon“ – so könnte man die Geschichte, die in den 80er Jahren in West-Berlin spielt, umschreiben. Eine junge Ausreißerin landet am Bahnhof Zoo auf der Suche nach ihrem „Märchenprinzen Johnnie“. Zwei Stunden haben die Zuschauer Gelegenheit, die ganze Bandbreite typischer Großstädter und einzelner Schicksale kennen zu lernen. Erstmals wurde die Revue fürs Figurentheater inszeniert und dürfte Theaterfans aus dem ganzen Saarland nach Eppelborn ziehen. Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset weiß, dass treue Gäste – die Eppelborner Figurentheatertage finden heuer zum 27. Mal statt – zum Teil lange Anfahrtswege in Kauf nehmen. Sie dürfen sich am Abend darauf auf ein Stück des Karlsruher „marotte“-Theaters freuen, das vor einem Jahr bereits die Saarbrücker mit Ironie und Spielfreude begeistert hat: „Django – Die Rückkehr. Ein harter Western mit Helden aus Weichholz“. Jugendliche und Erwachsene dürften einen sehr vergnüglichen Samstagabend erleben. Die ganze Familie wird mit der Geschichte von „Tabaluga und Lilli“ angesprochen. Das berühmte Drachen-Musical von Peter Maffay und Gregor Rottschalk führt das Karlsruher Theater Fiesemadände mit Tischfiguren, Schauspiel und Live-Gesang im Big Eppel auf.

Am Montag, 29. Februar, beginnt dann das traditionelle Schulprogramm im Pfarrsaal Humes mit Wodo Puppenspiel und den Olchis, die im Müll leben. Sie spielen nicht nur gerne dort, sie essen den Müll auch. Am Dienstag, 1. März, stehen fünf Vorstellungen auf dem Programm. Wodo Puppenspiel ist zwei Mal mit der Inszenierung „Conni kommt“ zu sehen. Die Bürgermeisterin freut sich schon darauf, wenn Jungen und Mädchen ab drei Jahren wieder mucksmäuschenstill die Geschichten verfolgen. Das dürfte auch bei „ Frau Holle “ der Fall sein, eine Koproduktion des Dresdner Figurentheaters und des Piccolo-Theaters aus Cottbus. Die Dresdner sind übrigens zum ersten Mal in Eppelborn zu Gast. Sie werden auch Pettersson und Findus – Aufruhr im Gemüsebeet“ für Kinder ab vier Jahren mit Tischfiguren und Schauspiel darstellen. Auch das Buchfink-Theater aus Göttingen hat Aloysius Scholtes zum ersten Mal verpflichtet. Nicht nur er ist gespannt, wie deren Figurenkrimi „Ferdinand im Müll – Ein Abenteuer in den Schlamms“ bei den Zuschauern (ab sechs Jahren) ankommen wird. Reichtum, Armut und Freundschaft werden hier mit Knebel- und Tischfiguren sowie Schauspiel dargestellt.

Ein Klassiker ist natürlich Pippi Langstrumpf nach Astrid Lindgren . Dagmar Selje Puppenspiele aus Bielefeld wird Pippis Abenteuer mit ihren Handpuppen erzählen. Also klassisches „Kasperletheater“, wie man es heute nur noch selten sieht. Die Bielefelder werden außerdem mit dem zweiten Stück „Hase und Igel“ in der Borrwieshalle Dirmingen auftreten.

Zum Abschluss der 27. Eppelborner Figurentheatertage werden den Zuschauern (ab 14 Jahren) jede Menge Lügen aufgetischt. Die erzählt der Freiherr von Münchhausen so amüsant und kurzweilig, dass man es ihm, beziehungsweise der der Zauberbühne aus Rottweiler, nicht übel nehmen kann. Aber fiel der Baron nicht selbst auf den größten Schwindel herein, als er 70-jährige den Schmeicheleien der jungen, hübschen Bernhardine von Brünn erlag? Wer mehr wissen möchte, sollte sich am Freitag, 4. März, gegen 20 Uhr zum Big Eppel nach Eppelborn aufmachen.

Die Eintrittspreise sind wie immer moderat, es sei nur die Familienkarte (zwei Erwachsene und drei Kinder) für 17 Euro erwähnt. Allein könnte die Gemeinde Eppelborn dieses Festival nicht stemmen. „Aber wir können uns behaupten auf dem hart umkämpften Sponsorenmarkt“, berichtet die Bürgermeisterin nicht ohne Stolz. Sie würde sich übrigens wünschen, dass noch mehr Eppelborner die Abendveranstaltungen genießen. Insgesamt haben in den vergangenen 26 Jahren 56 417 zahlende Gäste die Eppelborner Figurentheatertage besucht. Gefragt nach seiner Lieblingsaufführung in all den Jahren, sagt Aloysius Scholtes spontan: „Die Zauberflöte“.
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