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In Homburg können Bedürftige nur einmal pro Woche Lebensmittel abholen

Viele Menschen erhalten in Homburg wie auf diesem Symbolbild kostenlos Lebensmittel von der Tafel, um über die Runden zu kommen. Die Ausgabezeiten wurden im Frühjahr aufgrund der hohen Nachfrage eingeschränkt für die wirklich Hilfsbedürftigen: Jeder kann seitdem nur noch einmal pro Woche hierher kommen, um etwas abzuholen. Foto: Stefan Schaubitzer/dpa

Viele Menschen erhalten in Homburg wie auf diesem Symbolbild kostenlos Lebensmittel von der Tafel, um über die Runden zu kommen. Die Ausgabezeiten wurden im Frühjahr aufgrund der hohen Nachfrage eingeschränkt für die wirklich Hilfsbedürftigen: Jeder kann seitdem nur noch einmal pro Woche hierher kommen, um etwas abzuholen. Foto: Stefan Schaubitzer/dpa

Etwa 160 bis 170 Menschen suchen im Moment pro Ausgabetag Hilfe bei der Homburger Tafel. Es sind viele Senioren, die auf Grundsicherung angewiesen sind, Alleinerziehende, Flüchtlinge, auch solche, deren Familien nun nachziehen können. Niemand müsse derzeit hier abgewiesen werden, bis zu 200 Menschen bewältige man in der Regel noch ganz gut. Das sagt der Vorsitzende Roland Best vor dem Hintergrund, dass genau das derzeit an einigen Stellen im Saarland geschieht: Wie jetzt bekannt wurde, müssen etliche Tafeln Menschen wegschicken oder vertrösten, schlicht deswegen, da sie dem Ansturm nicht mehr gewachsen sind (wir berichteten).

In Homburg ist dies aber nur deswegen nicht der Fall, da die Verantwortlichen schon früh reagiert haben. 2015 sei man an die Grenzen geführt worden, auch durch die vielen Flüchtlinge, die ankamen. Zusätzlich nutzten Menschen aus Limbach und Blieskastel das Angebot der Homburger Tafel, da Transport- beziehungsweise Fahrtkosten bis zu einem bestimmten Grad von der Gemeinde beziehungsweise durch das Engagement einzelner übernommen würden.

Deshalb habe man 2015 gezielt beobachtet, wie viele Leute Hilfe suchten und geschaut: „Was können wir noch bewältigen“, erläutert Best. Es war ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. In der Ausgabestelle Homburg sei das bis auf 300 Menschen pro Abholtag hinaufgeschnellt, so Best. In St. Ingbert, wo es ebenfalls eine Anlaufstelle gibt, kamen bis zu 200 Hilfesuchende. Bei solcher Nachfrage habe dann die Ware nicht mehr gereicht, und die Ehrenamtlichen „waren körperlich am Ende“, berichtet Best. „Wenn ich jemanden nur noch Brot geben kann, dann ist das zu wenig.“

Die Situation habe man entschärft, indem man in diesem Frühjahr angefangen habe, die Ausgabeart zu ändern: Die Leute können seitdem nur noch einmal pro Woche Lebensmittel bekommen. Konkret sieht das so aus: Die Homburger Tafel verteilt in der Inastraße montags- und freitagsnachmittags Ware (siehe Infobox). Jeder darf an einem der Tage kommen, an welchem, ist genau festgelegt. Das richtet sich nach der letzten Nummer auf dem Tafelausweis. Zweimal im Jahr würden diese Tage dann getauscht, erklärt Best. Schon deswegen, da es jeweils ein etwas anderes Angebot gebe.

Auch in St. Ingbert wurde dieses Prinzip angewendet. Da es dort allerdings nur einen Ausgabetag gebe, könnten die Menschen hier nur noch alle 14 Tage Brot , Gemüse, Konserven und Co. abholen – die einen in den geraden, die anderen in den ungeraden Wochen. Auch hier ist die Endnummer des Ausweises maßgeblich. Dass es keinen Annahmestopp gebe, liege ausschließlich daran, dass es aufgeteilt wurde, macht Best klar. „Ansonsten würden wir es nicht packen.“

Durch die Regel sei jedem ein bisschen geholfen. Es sei, macht er klar, auch nicht der Anspruch der Tafel, Bedürftige rund um die Uhr zu versorgen. Denn im Prinzip sehe sie sich als Vermittler beziehungsweise Verteiler: Einerseits gebe es ein Zuviel an Lebensmittel, andererseits Menschen, „die das Brot nicht über Nacht haben“. Die Dinge, die sie bekommen, würden nur aufbereitet und weitergegeben. Grundsätzlich erhalten bei den Tafeln nur diejenigen Lebensmittel, die auch Sozialhilfe bekommen, also Grundsicherung, Wohngeld, Hartz IV oder eine Aufstockungsleistung.

 

Zum Thema:

 

Hinter der Arbeit der Homburger Tafel steckt sehr viel Organisation und Arbeit. Es werden daher dringend ehrenamtliche Helfer gesucht, die beim Sortieren helfen, die Ware einsammeln als Fahrer oder Beifahrer und die bei der Ausgabe unterstützen. Wer Interesse hat, kann sich an das Büro wenden, montags und freitags, 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr, Tel. (0 68 41) 9 59 89 87. In der Ausgabestelle Homburg , Inastraße 1, werden Lebensmittel montags von 15 bis 17 Uhr und freitags von 15 bis 17 Uhr ausgegeben. Jeder kann nur an einem festgelegten Tag kommen – es richtet sich nach der letzten Nummer auf dem Tafelausweis. In St. Ingbert werden Lebensmittel mittwochs von 15 bis 17 Uhr ausgeteilt – hier kann jeder nur alle 14 Tage kommen. Die Homburger Tafel macht Weihnachtspause. Sie ist ab inklusive Montag, 19. Dezember, bis 1. Januar geschlossen. Letzter Ausgabetermin in Homburg ist am Freitag, 16. Dezember, erster im neuen Jahr am 2. Januar. Weitere Informationen gibt es im Internet auf der Seite www.homburger-tafel.de ust

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