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In Lothringen tobt Streit um TGV-Haltepunkt

Metz. In Lothringen tobt der Streit um den richtigen Haltepunkt an der Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke, die Frankfurt und Paris verbindet. Bisher liegt der lothringische TGV-Bahnhof auf dem flachen Land, in einem Bauerndorf namens Louvigny – ein paar Kilometer östlich der Mosel, Richtung St. Avold. Nancy und Metz sind jeweils 30 Kilometer entfernt. Nun aber will man einen neuen Bahnhof errichten, an der Mosel in Vandières, am Kreuzungspunkt mit der Bahnstrecke zwischen Nancy und Metz.

Zwei Faktoren haben für den Bau des TGV-Bahnhofs von Louvigny gesprochen. Erstens die Nähe zum lothringischen Flughafen, der sieben Kilometer entfernt liegt. Und zweitens die Tatsache, dass die Gemeinde Louvigny zum Département Moselle gehört. Deshalb hatte sich auch der Generalrat des Départements einhellig dafür ausgesprochen.

Doch inzwischen macht sich Ärger breit. Denn die Nähe zum Flughafen entwickelt sich zum Flop, weil kaum ein Passagier vom Flugzeug zum TGV wechselt oder umgekehrt. Also reist die Mehrzahl der Fahrgäste mit dem Auto an, wofür aber auf dem Parkplatz am Bahnhof saftige Gebühren zu entrichten sind. Von Anfang an wurden zwei Euro pro Stunde, zehn Euro am Tag und 49 Euro in der Woche verlangt. Wer die Busse nach Nancy, Metz oder Luxemburg benutzt, kommt günstiger weg, muss aber erheblich längere Fahrzeiten in Kauf nehmen.

Einer, der dem Bahnhof von Louvigny die Treue hält, ist der lothringische Generalrats-Präsident Philippe Leroy, der den finanziellen Aspekt in den Vordergrund rückt: „Louvigny war schon teuer, und ein neuer Haltepunkt an der Mosel würde noch mehr kosten – und man weiß nicht, was es bringt.“

Aber die Fahrgäste, die schon einmal in Louvigny zwischen Licht und Dunkel gestrandet sind, sehen das völlig anders. Madame Camus von der Atlantikküste, deren Tochter in Nancy studiert, lässt in der Metzer Zeitung „Républicain Lorrain“ richtig Dampf ab: „Was soll denn eine Busverbindung nach Nancy, wenn 50 Fahrgäste aussteigen, aber nur 15 Personen mit dem Bus fahren können, weil das Fahrzeug dann voll ist. Fürs Taxi musste meine Tochter immerhin 54 Euro zahlen, statt 4,20 Euro im Kleinbus.“

Einer, dem der Streit um den TGV-Bahnhof von Louvigny so richtig in den Kram passt, ist der lothringische Regionalratspräsident Jean-Pierre Masseret. Er hatte sich schon vor sechs Jahren für einen alternativen Haltepunkt in Vandières an der Mosel eingesetzt. Und nun zieht er das Thema erneut in der Kampagne um die Regionalwahlen hoch, die im März stattfinden. Weder aus ökologischen noch aus wirtschaftlichen Gründen sei es vertretbar, weiter an dem Bahnhof in Louvigny festzuhalten, wenn man den Bahnhof stattdessen an einem Knotenpunkt zweier Eisenbahnlinien errichten könne. Und die aktuelle Entwicklung gibt Masseret Recht. Denn ein kürzlich abgeschlossenes Planoffenlegungsverfahren hat die Weichen zu Gunsten eines neuen Bahnhofs an der Mosel gestellt – und damit gegen den Haltepunkt von Louvigny. gf

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