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In Lothringen werden jetzt die Wölfe gezählt

Die Wildhüter wollen auch herausfinden, ob die Wölfe in den Vogesen Nachwuchs haben. Erkennen kann man die Jungtiere an ihrem Kläffen – richtig heulen können sie noch nicht. Hier ein Symbolfoto aus einem Wildpark in Niedersachsen. Foto: Askani/dpa

Die Wildhüter wollen auch herausfinden, ob die Wölfe in den Vogesen Nachwuchs haben. Erkennen kann man die Jungtiere an ihrem Kläffen – richtig heulen können sie noch nicht. Hier ein Symbolfoto aus einem Wildpark in Niedersachsen. Foto: Askani/dpa

Wie viele Wölfe leben zurzeit in den Vogesen? Um diese Frage zu klären, startet das französische Forstamt (ONCFS) eine Zählung der besonderen Art. An vier Abenden nutzen Mitarbeiter des ONCFS weiß-orangefarbene Leitkegel, die bei Baustellen als Markierung eingesetzt werden, als Megafon und ahmen das Wolfsgeheul nach. So erhoffen sie sich eine „Antwort“ der Tiere, die sich in einem Umkreis von bis zu drei Kilometern befinden. Durch diese Technik, die als Ergänzung zu DNA-Proben eingesetzt wird, hatte das Forstamt bereits 2013 die Anwesenheit eines Rudels bestätigen können.

 

Wie viele Wölfe es genau sind, kann durch das imitierte Geheul allerdings nicht bestimmt werden. „Es geht darum, die Anwesenheit von Wölfen im Vogesen-Gebirge festzustellen, ihre Anzahl zumindest zu schätzen und festzustellen, ob möglicherweise Nachwuchs dazugekommen ist“, erklärt ein Sprecher des Forstamts. Den Unterschied erkennt man, weil junge Wölfe noch nicht zurückheulen können, sie kläffen vielmehr.

 

Doch gegen diese Zählung regt sich Widerstand bei Tierschützern. Der Verein „Biodiversit'haies 88“ unterstellt dem Forstamt ein anderes Ziel als die reine Bestandsaufnahme. Aus Sicht der Tierschützer dient die Zählung alleine dazu, die Anzahl an Wölfen festzulegen, die anschließend erlegt werden dürfen. Dominique Humbert von „Biodiversit'haies 88“ rief daher Umwelt- und Tierschützer auf, die Zählaktion des ONCFS zu stören: „Wir werden versuchen, die Wölfe mit Warntröten und Jagdhörnern aus ihren angestammten Revieren zu verscheuchen.“

 

Jahrhundertelang wurde der Wolf in Europa gejagt und nahezu ausgerottet. Allein in Frankreich lebten einst rund 20 000 Exemplare, die Ende des 19. Jahrhunderts fast ganz verschwunden waren. Geschützt seit 1979, tauchten Wölfe nachweislich 1992 wieder in Frankreich auf; erst in den Alpen-Départements rund um den Nationalpark des Mercantour, später auch in den Vogesen und den Pyrenäen. Im Vogesenmassiv sind seit 2011 einzelne Wölfe und ein Paar nachgewiesen, das 2013 nachweislich Junge bekommen hatte. Wie groß das elsässische Rudel allerdings ist und wo es durch die Wälder streift, ist unklar. Experten schätzen, dass derzeit zwei Rudel mit insgesamt 10 bis 15 Tieren in den Hochvogesen leben.

 

In ganz Frankreich gibt es nach Angaben der Verhaltensforscherin und Wolfsexpertin Geneviève Carbone aktuell 42 Rudel, die zwischen zwei und 15 Tiere umfassen, die vor allem „längs des Alpenbogens“ leben.

 

Seit 2011 beklagen Schafzüchter in den Vogesen immer wieder den Verlust von Tieren, den sie auf Wolfsattacken zurückführen. Bis Anfang August hatte die Präfektur im Departement Vosges für dieses Jahr 156 gerissene Schafe gezählt, die bei 56 Wolfsattacken getötet wurden: 40 in der Ebene, 16 im Gebirge.

 

Auch wenn im Saarland bisher noch kein Wolf gesichtet wurde, machen sich auch hierzulande Nutztierhalter Gedanken über eine mögliche Rückkehr der Rudeltiere. Vor rund einem Jahr hatte Umweltminister Reinhold Jost ( SPD ) ihnen aber eine 100-prozentige Entschädigung in Aussicht gestellt, sollten ihre Tiere von Wölfen gerissen werden. Außerdem hat das Umweltministerium einen Wolfsmanagementplan aufgestellt, um die Tierschützer und Spaziergänger auf die Gefahren und den richtigen Umgang mit Wölfen aufmerksam zu machen. Für Jäger bleibt der Wolf tabu, denn er steht unter besonderem Schutz. Nur in einer Ausnahmesituation, wenn die Sicherheit von Menschen bedroht ist, darf er getötet werden.

 

 

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