L365 Weiskirchen Richtung Nonnweiler Sitzerath Gefahr durch defektes Fahrzeug L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (08:29)

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In Neunkirchen entsteht künstliche Schlittenbahn

Von SZ-Redakteurin Maria Wimmer

Neunkirchen. „Es hat noch nie zwei gleiche Schneeflocken gegeben“, sagt Detlef Müller. Sein richtiger Name, fügt er hinzu, sei Schneemann oder „Holle“. Schnee machen, das ist sein Job. Kunstschee, um genau zu sein. Denn kein Schneekristall, sagt Müller, könne von Menschenhand geformt werden. Es ist Granulat oder Schneekorn und entsteht dadurch, dass Wasser an kühlen Walzen gefriert und dann zerstäubt wird.

In einem weißen Zelt hinter der Neunkircher Christuskirche türmt sich der Kunstschnee, der aus der „Snowbox“ durch gelbe Schläuche spritzt, zu einem Berg. Ein Lkw transportiert den Schnee wenige Meter weiter zur Hüttenbergstraße an den Kopf der Rodelbahn, einer der Höhepunkte der Neunkircher Winterwelt. Raschelnd rieseln die Schneekörner zu Boden, mehrere Männer verteilen ihn mit Schippen auf der rund 50 Meter langen Bahn und streichen ihn glatt – das dauert mehrere Stunden. „Heute nacht schlaf’ ich durch“, sagt einer. Die Bahn ist vier Meter breit und mit Geländern abgesichert, die am Ende mit Plastikmatten verstärkt sind. Am Fuß sollen Plastikmatten am Boden und eine Rampe aus Holz verhindern, dass ein Schlitten über die Bahn hinausschießt. Bis zu 30 Stundenkilometer schnell kann ein Schlitten – bei einer Neigung von etwa 18 Prozent – werden. Weil Bobs zu schnell werden, sind sie nicht erlaubt. Gefahren wird mit Schlitten und großen Plastikreifen.

Die Unterlage besteht aus zwei Fleecematten.  Dazwischen befindet sich eine Art Gewöll als Drainage, durch die das Schmelzwasser ablaufen kann. „Das Schmelzwasser muss vom Schnee getrennt werden, sonst ertrinkt der Schnee in sich selbst“, erklärt Müller. Könnte das Wasser nicht ablaufen, würde der Schnee es aufsaugen und dahinschmelzen. Schließlich soll die Temperatur bis zum Wochenende um zehn Grad steigen. Auf die Plusgrade hofft Müller sogar. „Wenn es über null Grad hat, taut der Schnee oben an und kann wunderbar zusammenfrieren. Die Bahn wird ne Bombe.“ Der Grund ist, dass der Kunstschnee selbst so kalt ist – rund minus acht Grad – und daher viel langsamer schmilzt.

Nachdem der Schnee über die Bahn verteilt ist, rollt ein Feuerwehrauto heran. Müller schlüpft in orangene Handschuh, schnappt sich einen Schlauch und bespritzt die Schneedecke mit Wasser, damit der Schnee zusammenfriert. „Das muss jetzt eine Zeit ziehen, wie Kaffee“, sagt Müller. 200 Kubikmeter Schnee liegen nun in der Hüttenbergstraße. Für eine Piste aus Naturschnee bräuchte es die dreifache Menge, meint Müller. „Eine Rodelbahn aus Naturschnee hätte keine Chance.“ Denn das natürliche Schneekristall ist nicht dicht genug, würde zu schnell wegschmelzen. Das künstliche Schneekorn dagegen hält bis zu 35 Grad plus aus. Darauf ist der Schnee-Macher stolz – auch wenn es „nur“ Schneekorn ist.




Auf einen Blick

Die Neunkircher Winterwelt beginnt heute um 16 Uhr und dauert bis Sonntag 19 Uhr. Weitere Attraktionen sind das Eisstockschießen, die Biathlon-Anlage, eine Bob-Anschubbahn, ein Skispring-Simulator und ein Fußballfeld aus Schnee. Am Samstag um 16 Uhr wird zudem eine Schneeballschlacht-Meisterschaft ausgetragen. mwi


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