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In Oberwürzbach haben viele Bürger seit drei Wochen kein Telefon und Internet

Symbolfoto.

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Das Ende der geplatzten Telefonleitung erinnert an den Schweif einer Silvester-Rakete. Die versehentlich beschädigte Telekom-Leitung war es jedoch, die vielen Oberwürzbachern den Jahreswechsel verhagelt hat. Viele Weihnachts- und Neujahrsgrüße kamen nicht an. Der Grund: In dem St. Ingberter Stadtteil sind mehr als die Hälfte der Telekom-Kunden seit mehr als drei Wochen ohne Telefon und Internet . Mitte Dezember war in Oberwürzbach beim Verlegen von Klärrohren versehentlich die Telefonleitung beschädigt worden. Bis jetzt sind noch viele Unternehmen vom Metzger über den Friseur bis hin zur Apotheke und der Arztpraxis von der Kommunikation abgeschnitten.

„Da entsteht ein bisschen böses Blut“, ärgert sich halb-lachend Ursula Selzer, Sprechstundenhilfe in einer Oberwürzbacher Gemeinschaftspraxis. Schließlich kann man seit Wochen nicht direkt in der Arztpraxis anrufen. Scheinbar nimmt man es dort jedoch mit Humor und hat schon eine Ausweichlösung gefunden. „Wir haben unser Telefon in unsere zweite Praxis nach Hassel umgeleitet“, verrät Selzer. Viele Patienten sind aber auch selbst betroffen. „Die Telekom hat meine Nummer mit der des Nachbarn vertauscht“, erzählt lachend ein älterer Mann.

„Dieses Drama dauert nun schon seit dem 17. Dezember“, klagt Isabel Dortmund , die Inhaberin der einzigen Apotheke des Ortes. Normalerweise riefen am Tag rund 20 Kunden an, um Medikamente zu bestellen. Momentan stehe das Telefon aber still. Durch den Ausfall habe sie auch keinen Zugriff auf ihren Medikamentenbestand und das Bestellsystem gehabt. Tagelang habe man auch hier über das Privathandy ihrer Mitarbeiterin die wichtigsten Anrufe getätigt. Doch selbst so etwas geht in Oberwürzbach alles andere als einfach. Viele Mobilfunknetze empfange man in der Apotheke nicht. Am vergangenen Freitag sei dann auch noch das gesamte Mobilfunknetz zusammengebrochen. „Vor zehn Jahren konnte man alles noch ohne Handy und Internet regeln“, stellt die Apothekerin ernüchtert fest. Heute gehe ohne die moderne Technik „gar nichts mehr“.

Seit Wochen kämpft sich Dortmund durch Warteschleifen bei der Telekom-Hotline. Seit gestern funktioniere ihr Telefon zwar wieder, aber von Seiten der Telekom habe man ihr per Mail mitgeteilt, dass ihr Anschluss noch „nicht stabil“ sei und „die Behebung der Störung umfangreicher ist als gedacht“. Ob und wann ein Techniker zu ihr kommen könne, wisse man nicht. Genau wie sie nähmen es viele ihrer Kunden mit Galgenhumor, sagt die Apothekerin. Sollte aber mal ein Rettungswagen gerufen werden müssen, sähe die Lage ganz anders aus. Eine ältere Kundin aus dem Ort, die gerade zur Tür hereinkommt, hatte am Montag nicht nur kein Telefon und Internet , sondern auch kein Fernsehen . Zusätzlich zum Totalausfall vieler Anschlüsse der Deutschen Telekom waren im Ort wegen eines Kabelabrisses auch noch 660 Anschlüsse von Kabel Deutschland ausgefallen. Im Gegensatz zur Telekom wurde hier der Schaden allerdings noch am selben Abend behoben.

Der ortsansässige Frisörsalon Halter wird wie viele andere im Ort hingegen von der Telekom bedient und ist somit schon seit drei Wochen ohne Anschluss. „Viele Kunden dachten, wir sind noch in den Weihnachtsferien“, berichtet Inhaberin Christel Blase, während sie einer älteren Kundin die Haare schneidet. Dabei klingele das Telefon ständig. Wenn man dann abhebe, gebe es „nur ein Knarren und Rauschen“.

Gestern waren am Ortseingang Bauarbeiter eifrig dabei, das neue Kabel zu verlegen. Sie schätzten, dass Oberwürzbach heute oder morgen wieder ans Netz gehen könnte.

Die Deutsche Telekom erklärte gestern auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung lapidar, „keine aktuellen Rückinformationen vorliegen zu haben“. Wenn es nach der Frisörin Christel Blase ginge, „wäre es doch das Normalste, wenn nach so langer Zeit mal jemand von denen hier vorbeikommt und den Leuten sagt, was eigentlich los ist“.  
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