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In Überherrn schützt ein Anwohner sein Anwesen mit Stacheldraht vor Einbrechern

Symbolfoto.

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Wer unerlaubt in das Haus von Klaus-Otto Geissel möchte, muss sich auf ein schwer zu überwindendes Hindernis gefasst machen. Mit Stacheldraht, so genanntem Nato-Draht hat er Teile davon gesichert. „Ich habe mich vorher erkundigt. Um das Grundstück herum hätte ich den Draht nicht anbringen dürfen, aber auf dem Grundstück ist das legal“, sagt Geissel. Und seit er mit dem Stacheldraht sein Haus geschützt hat, fühle er sich wohler. „Vor allem nachts“, sagt Geissel, der vor Kurzem ungebeten Besuch bekam. „Jemand hatte den Rollladen des Schlafzimmers hochgedrückt und mit der Taschenlampe reingeleuchtet. Danach hatten wir schlaflose Nächte“, erzählt Geissel. Rund zehn Einbrüche habe es in seiner Straße, der Parkstraße in Überherrn, bereits gegeben. Allein drei davon in seiner direkten Nachbarschaft.


Zwar schränke der Stacheldraht auch seine Freiheit ein, aber den Preis sei er bereit zu zahlen. „Ich fühle mich sicherer. Wer jetzt hier rein will, tut sich weh“, sagt Geissel, der noch andere Vorsichtsmaßnahmen gegen Einbruch vorgenommen hat, wie etwa eine Alarmanlage und spezielle Sicherheitsverriegelungen an den Türen. Es sei schlimm, dass man so viel Geld investieren müsse, um sein Eigentum zu schützen, sagt er, aber es sei nun mal notwendig.

Dass sein Haus auch schon auf der Liste von Einbrechern stand, sei unbestritten. „Ich habe schon mehrfach Stücke von Kabelbinder auf der Treppe vor der Haustür gefunden und mich gefragt, wie die wohl da hingekommen sind.“ Dann wurde er aufgeklärt: Diebe stecken die Teile zwischen Tür und Rahmen. Sind die dort nach ein paar Tagen noch immer, ist das ein klares Indiz dafür, dass niemand die Tür geöffnet und somit vermutlich keiner zu Hause ist. Der mangelnden Präsenz der Polizei gibt er an den Einbrüchen keine Schuld. „Die machen ja Kontrollen. Aber immer können sie nicht hier sein. Dafür sind es einfach zu wenige“, weiß Geissel. Der Stacheldraht hinter seinem Haus soll auch nur in der dunklen Jahreszeit für Schutz sorgen. „Wenn ich demnächst wieder über den Balkon in meinen Garten möchte, kommt er weg“, sagt Klaus-Otto Geissel.


PRO
Von Mathias Winters

Gut, dass der Herr Geissel das macht. Das ist zum einen – es wäre ja auch verrückt gewesen, das nicht vorher zu klären – rechtens, also legal. Und legitim wird es den meisten ebenfalls vorkommen. Vor allem denen, die Einbrüche in der Nachbarschaft erlebt haben; oder die sogar mal in die Taschenlampe gucken mussten, mit der jemand durch den Spalt eines aufgehebelten Rollladens ins Schlafzimmer geleuchtet hat.

Geissels sichere Einfriedung des Hauses ist also erlaubt, obwohl sie gefährlich ist, weil sie nicht direkt an den öffentlichen Raum reicht. Den rasiermesserscharfen Krallen der Natodraht-Rolle käme ja nur nahe, wer unbefugt das Grundstück betritt. Vertan ist aber eine Chance: Es wäre besser, wenn Geissel seine aufsehenerregende Maßnahme mit dem Protest gegen mangelnde Polizeipräsenz verbunden hätte.


KONTRA
Von Nicole Bastong

Angst vor Einbrechern ist insbesondere in den grenznahen Orten sicher keine Paranoia. Und wer versucht nicht, sein Haus vor ungebetenen Gästen zu schützen. Doch muss man wirklich zu solchen Mitteln greifen? Der so genannte Nato-Draht ist absichtlich gefährlich und stellt eine große Verletzungsgefahr dar. Er ist auch nicht ohne Grund als Begrenzung verboten. Wer kann garantieren, dass sich nicht einmal spielende Kinder oder Tiere auf das Grundstück verirren? Natürlich haben die da nichts verloren – aber wissen die das auch immer? Es gibt durchaus andere Möglichkeiten, sich vor Einbrechern zu schützen. Zum Beispiel, wenn Nachbarn gegenseitig auf ihre Häuser achtgeben, wie es in vielen Straßenzügen und ganzen Orten schon gemacht wird. Das signalisiert Dieben: Hier ist man wachsam!
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