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In Wadern kümmert man sich um verletzte Piepmätze

Wadern. Viele Menschen wollen helfen, wenn sie einen kleinen verletzten Vogel auffinden. Doch die wenigsten wissen, was zu tun ist und wie man den Wildvögeln am besten helfen kann. Im Saarland gibt es seit Ende Juni 2009 für die Finder von verletzten Amseln, Spechten, Tauben, Rabenkrähen und Haussperlingen eine Anlaufstelle: die Kleinvogelauffang- und -pflegestation in Wadern-Morscholz.

Die Station hat mehrere Aufgaben: Unter anderem werden verletzte Altvögel aufgenommen und nach ihrer Genesung wieder in die Freiheit zu entlassen. Auch flügge gewordene Jungvögel werden nach Wochen der Aufzucht wieder ausgewildert. Alles in allem 250 Kleinvögel, darunter viele Mauersegler, Haussperlinge, Kohlmeisen und Rabenkrähen hat Myriam Bettinger, die ehrenamtliche Leiterin der Kleinvogelauffangstation, im Jahr 2009 gepflegt. Davon seien allerdings 30 der Kleinvögel gestorben, weil sie meist bei ihrer Aufnahme schon stark verletzt waren. Greifvögel nehme die Station nicht auf, so Bettinger. Das saarländische Umweltministerium finanzierte den Bau eines Großkäfigs (eine sogenannte Auswilderungsvoliere), der Naturschutzbund (Nabu) Saar und Saar Toto stifteten eine etwas kleinräumigere Voliere. „Das vergangene Jahr – das war schon ein Vollzeit-Job“, resümiert die ehrenamtliche Nabu-Kleinvogelbetreuerin. Sie und 15 weitere Kollegen gehören dem saarlandweiten Nabu-Kleinvogelbetreuernetz an und beantworten Fragen zu hilfsbedürftigen Vögeln.

Ehe Bettinger die Vögel aufnimmt und rundum versorgt, rufen die Finder eines Vogels in der Regel bei ihr zu Hause an. „Die meisten wollen den Vogel so schnell wie möglich zu mir bringen, weil sie keine Erfahrung haben und nicht wissen, was sie dem Vogel zu fressen geben sollen“, sagt sie. Sie füttere die Kleinvögel mit Grillen und einigen Vitaminen. Sollte das Tier sehr geschwächt sein, so empfehle sie, diesem nur ein paar Tropfen frisches Wasser zu geben. Man könne zum Beispiel einen Finger mit Wasser benetzen und an den Schnabel des Vogels halten.

Keinesfalls sollte man versuchen die verletzten oder geschwächten Vögel mit Lebensmitteln oder Katzenfutter wieder aufzupäppeln. Solche gut gemeinten Fütterungsversuche kennt Bettinger. Zum Beispiel von Vogelfindern, die an vier junge Zaunkönige zwei Tage lang Kochschinken verfütterten, worauf diese gestorben seien. Andere hätten versucht, ein Rotschwänzchen mit Schoko-Babybrei zu füttern. Als die Finder sich Sorgen machten, weil der kleine Vogel die Nahrung verweigerte und den Brei wieder herauswürgte, kontaktierten sie die Kleinvogelauffangstation in Wadern-Morscholz. Vor allem verletzte Vögel sollten in einem entsprechend großen Pappkarton transportiert werden, empfiehlt Bettinger. Derzeit beherbergt Bettinger auf ihrer Station drei Rabenkrähen, einen Star, einen Eichelhäher und einen Dompfaff. Verletzt worden seien sie möglicherweise von einer Katze oder einem Greifvogel oder durch den Aufprall auf eine Fensterscheibe, sagt Bettinger. Jungvögel betreut die 40-Jährige derzeit nicht, sondern erst wieder von April bis Ende August. In diesen Monaten brüten die Kleinvögel. „Das Schönste ist für mich, wenn sie dann wegfliegen“, sagt Myriam Bettinger.

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