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In Wäscheleine verfangen: Göttelborner Uhu vor dem Ersticken gerettet

In eine Wäscheleine verstrickt, liegt der ausgewachsene Uhu am Boden. Der große Raubvogel ist so stark, dass er beim vergeblichen Versuch, sich zu befreien, sogar die Stange des Wäscheständers verbogen hat. Foto: Ralf Bamberger

In eine Wäscheleine verstrickt, liegt der ausgewachsene Uhu am Boden. Der große Raubvogel ist so stark, dass er beim vergeblichen Versuch, sich zu befreien, sogar die Stange des Wäscheständers verbogen hat. Foto: Ralf Bamberger

In der Wildvogelauffangstation (WiVo) Köllertal landen nicht nur aus dem Net gefallene Jungvögel, sondern auch ausgewachsene Altvögel, die sich verletzt haben, etwa gegen Scheiben oder Autos geflogen sind. Vorige Woche kam nun ein Anruf aus Göttelborn, dass ein Greifvogel nachts gegen eine Wäscheleine geflogen sei. Dem Anrufer zufolge war es ein großer Vogel mit orange-gelben Augen, der unentwegt Knack-Geräusche von sich gab. Dies war schon der erste Hinweis, dass es sich um eine Eulenart handeln musste.

 

Vor Ort fanden Ralf Bamberger und Christoph Scherer von der WiVo dann eine kleine Sensation: Vor ihnen lag ein ausgewachsener Uhu, der sich aber leider vollkommen in einer Wäscheleine verheddert hatte und völlig bewegungsunfähig war. Er war offensichtlich bei seinen nächtlichen Jagdflügen gegen die Wäscheleine geprallt, hatte sogar einen Wäscheleinenpfosten bei seinem anschließenden Kampf umgerissen.

 

In einer größeren Leinendecke wurde der Vogel behutsam in eine Transportbox gelegt und zur Kleintierklinik Köllertal gefahren. Zusammen mit den anwesenden Tierärztinnen wurde er aus den Fängen der Wäscheleine befreit. „Die Schnüre hatten sich mehrmals um den Hals und um jeden Flügel gewickelt und mussten mehrfach durchschnitten werden. Die Flügel waren erfreulicherweise nicht gebrochen. Nur das Federkleid wurde im Halsbereich in Mitleidenschaft gezogen“, stellte Christoph Scherer schließlich erleichtert fest. schm

 

 

Der Uhu ist die größte lebende Eulenart der Erde. Er jagt kleine bis mittelgroße Säugetiere, darunter auch Füchse,Marder, Igel und auch Vögel, wie Krähen und Reiher. Sie können Beute im Flug wegtragen, deren Gewicht etwa zwei Drittel des eigenen Körpergewichtes beträgt. Diese Kraft ist mit der beachtlichen Flügelspannweite von 160 bis 170 Zentimeter zu erklären und macht so auch den umgerissenen Gartenpfosten verständlich. Im Saarland war der Uhu schon verschwunden, „mittlerweile haben sich die Bestände gut erholt, und wir schätzen, es gibt bis zu 20 Brutpaare im Saarland, die oft in Sandgruben und Steinbrüchen brüten“, erklärt Ernst Kollmann von der Eulen-AG des NABU-Landesverbandes.

 

Nach der Befreiungsaktion wurde der Uhu in die WiVo-Auffangstation im Haus Waldkauz (Püttlingen-Ritterstraße) gebracht und medizinisch versorgt. Inzwischen ist er in Weiskirchen in der Auffangstation für Greifvögel gelandet und kann sicher bald wieder ausgewildert werden. Die Knack-Geräusche sind nun nicht mehr zu hören, denn die mit dem Schnabel erzeugten Dröhgebärden sind überflüssig geworden.

 

Zum Thema:

Uhus wurden hierzulande lange verfolgt: Jäger stellte dem vermeintlichen Konkurrenten nach, bis er in den 1930er Jahren unter Schutz gestellt wurde. So manche Brut wurde auch „ausgehorstet“, also von Hand aufgezogen, um die Tiere als Lockvögel für die Jagd auf Krähen und Greifvögel zu nutzen. Die Jahrzehnte währenden Nachstellungen hatten den Uhu Mitte des 20. Jahrhunderts in Deutschland bis auf wenige Restvorkommen in den bayerischen Alpen, Nordbayern, Thüringen und Sachsen – insgesamt rund 40 Paare – ausgerottet. Seit den 60er Jahren geht es langsam aufwärts, dank Sicherungsmaßnahmen für die letzten Horste und Auswilderungsprogrammen. Heute brüten in ganz Deutschland wieder etwa 2.000 Uhu-Paare (Quelle: Bayrisches Landesamt für Umwelt) . Der Uhu bewohnt reich gegliederte Landschaften mit bewaldeten und offenen Flächen, gern nahe eines Gewässers. (Quelle: eulenwelt.de). red

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