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Indutriebrache: Abrissarbeiten der RAG in Luisenthal laufen langsam an

Bauarbeiter bereiten mit dem Bagger das Neuverlegen der Grubenwasser-Leitung vor. Die von der Bahn aus sichtbaren Ruinen (im Bildhintergrund) sollen als erstes fallen. Fotos (3): Becker & Bredel

Bauarbeiter bereiten mit dem Bagger das Neuverlegen der Grubenwasser-Leitung vor. Die von der Bahn aus sichtbaren Ruinen (im Bildhintergrund) sollen als erstes fallen. Fotos (3): Becker & Bredel

Da gibt es Erhaltenswürdiges auf der Gruben-Tagesanlage in Luisenthal wie die beiden Fördertürme Richard I und II und die Maschinenhallen. Aber auch Dinge auf der riesigen Industriebrache, die einfach nur eine künftige Entwicklung stören. Besonders auffallend und hässlich sind die Überreste der Kohleverwertungsanlage entlang der Bahnlinie. Die will die RAG als erstes abräumen.

Doch das ist leichter gesagt als getan, denn auch die verlassene Tagesanlage hat noch ein verborgenes Innenleben. So wird von Schacht Richard II aus weiterhin Grubengas abgesaugt und Grubenwasser (aus rund 400 Metern Tiefe) abgepumpt. Mit einem Teil dieses Wassers werden die Teiche auf dem Plateau der Bergehalde versorgt. Der Rest wird in die Saar geleitet. Die rund 15 Zentimeter dicke Leitung verläuft in einem Kabelkanal unter der Tagesanlage. Sie muss, bevor irgendein weiterer Schritt beginnt, verlegt werden.

Und genau damit hat die RAG nun angefangen. Die Baufirma Gergen hat begonnen, im Bereich hin zur Bahnlinie einen neuen Rohrgraben auszubaggern. Rudolf Krumm, Prokurist der RAG Montan Immobilien (RAG MI) GmbH, und Projektingenieur Armin Mechenbier erläuterten bei einem Baustellentermin am Donnerstag Völklinger Kommunalpolitikern den Stand der Dinge. Krumm bekräftigte die Symbolik des Augenblicks: „Es gibt ein Konzept, wie die Zukunft aussehen kann. Und wir zeigen nun: Wir meinen es ernst.“ Oberbürgermeister Klaus Lorig ( CDU ) lobte eine bisher „hervorragende Zusammenarbeit“ zwischen RAG und Stadt und meinte: „Wir werden in der nächsten Zeit und im nächsten Jahr hoffentlich mehr als im Moment sehen.“

Das Entwicklungskonzept sieht in großen Zügen vor, den Kern der Tagesanlage im Rahmen einer „Erinnerungskultur“ zu erhalten, im vorderen Bereich hin zum Eingang innovative Betriebe anzusiedeln und die Bergehalde zu einer Erholungslandschaft umzugestalten. Doch bis man von dort aus eines schönen Tages ins Saartal blicken kann, dürfte noch mindestens ein Jahrzehnt vergehen, meint Projektingenieur Mechenbier. Eine Altlastenuntersuchung habe zwar ergeben, dass die Halde „sauber“ sei, aber sie sei von alleine nicht standsicher. Derzeit liefen Erkundungen, was in einzelnen unternommen werden müsse. Und grundsätzlich gelte, dass „alles sicher“ sein müsse, bevor die Tagesanlage aus der Bergaufsicht entlassen werden und ganz oder in Teilen neu genutzt werden könne.

Zwei spezielle Sicherheitsfragen stehen aktuell an. Die zum Abriss ausersehenen Ruinen stützen derzeit sozusagen auch die Stützmauer des Geländes hin zur Bahnlinie. Dort muss kräftig aufgefüllt werden. Wobei Mechenbier daran denkt, Abbruchmaterial vom früheren Verwaltungsgebäude der RAG in Saarbrücken, dem so genannten Blauen Bock in der Hafenstraße, zu verwenden. Schacht Richard II steht samt Maschinenhalle unter Denkmalschutz, aber ein Anbau soll abgerissen werden. Im Moment streiten Statiker darüber, ob und wie was geht.

Die Abbrucharbeiten sollen weitgehend schmerzfrei für Anwohner in Luisenthal verlaufen. Fragen zum Projekt beantwortet Armin Mechenbier ab 1. Januar vom neuen Sitz der RAG Montan Immobilien auf dem Bergwerk Ensdorf aus.

Kontakt: Tel. (0 68 31) 48 89 35 10 oder E-Mail Armin.Mechenbier@rag-montan-immobilien.de

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