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Inflation: Viele Saarländer investieren jetzt in Immobilien

Saarbrücken. „Ideal für Kapitalanlage“, „Top-Renditen mit Immobilien“ oder „Schnäppchen für Handwerker“ – die Immobilienanzeigen in Zeitungen und einschlägigen Internet-Portalen stellen Anlegern zurzeit günstige Preise und hohe Gewinne in Aussicht. Es gibt, wie Banken und Immobilienmakler bestätigen, verstärkte Nachfragen nach Häusern und Wohnungen zur Sicherung des Vermögens. Während sich die Mehrzahl der Bevölkerung mit Sparzinsen von unter zwei Prozent bei gleichzeitiger Geldentwertung durch Inflation von fast drei Prozent, also mit Verlusten abfindet, suchen immer mehr Euro-Skeptiker Zuflucht in „handfesten“ Anlageformen – jenseits von Sparbriefen, Schuldverschreibungen oder Staatsanleihen.

Sie befürchten im Zuge von staatlichen Entschuldungen durch die Geld-Druckerpresse eine schleichende Enteignung und stecken ihr Vermögen in reale Werte wie Edelmetalle, Grund und Boden – oder eben auch „Betongold“, also Häuser. Wie Makler Helmut Petsch beobachtet, steht im Regionalverband Saarbrücken einer steigenden Nachfrage allerdings kein entsprechendes Angebot an neuen Immobilien zur Verfügung. „Es kommt zu wenig nach“, sagt der Experte.

Gefragt seinen vor allem Häuser von 50 000 bis 100 000 Euro sowie Mehrfamilienhäuser mit drei bis sieben Wohnungen. Von einem Immobilien-Boom und entsprechend steigenden Preisen zu reden, würde seines Erachtens aber an der Wirklichkeit vorbeigehen. Es werde in einem durch das Internet immer transparenteren Markt nicht auf Teufel komm raus gekauft, sondern vorsichtig und mit hoher Preis-Sensibilität. „Die Interessenten sind aufgeklärt und in Details oft besser informiert als ihr Makler“, schmunzelt Petsch und bekräftigt die Regel, wonach bei Immobilien „Lage, Lage und Lage“ das Wichtigste sei. Oder: „Randlagen sind auch in schlechten Zeiten nicht gefragt.“

Diese Einschätzung bestätigt Edgar Soester, Vorstandssprecher der Volksbank Saar-West. Gefragt seien, bei leicht anziehenden Preisen, Objekte in Saarbrücken, Saarlouis und St. Ingbert, allerdings hinke das Angebot hinterher, etwa bei den Eigentumswohnungen. Bei der Genossenschaftsbank wird ebenfalls von einer steigenden Zahl an Kunden berichtet, die 20 000, 30 000 oder 40 000 Euro in die Sanierung ihrer Häuser stecken – also „ihr Geld sinnvoll investieren, ehe es wertlos werden kann“.

Wie Förster berichten, steigt auch die Nachfrage nach privatem Wald zum Vermögenserhalt oder zur Versorgungssicherheit mit Brennmaterial. Doch ist das Angebot im Regionalverband nahezu null. Thomas Reget vom Saarforst Landesbetrieb erklärt, dass hin und wieder ältere Menschen ihren Wald verkauften, weil die Kinder und Enkel kein Interesse daran hätten. Diese Parzellen seien aber meist so winzig und schwer zugänglich, dass sich eine Bewirtschaftung nicht rentiere. Ein Wald mache erst ab einem Hektar Sinn, und dafür müsse man oft zehn zersplitterte Parzellen zusammenkaufen. Wie Reget ankündigte, wolle der Saarforst bald eine Wald- Börse im Internet aufbauen, um einem Interessentenkreis Einblick in einen noch nicht transparenten Markt zu bieten. In der Wirtschaftspresse immer wieder als Anlageform in inflationären Zeiten empfohlen, aber schwer zu erwerben sind landwirtschaftliches Grünland und Ackerflächen. Wie Klaus Brück von der Landwirtschaftskammer erklärt, gewähre das Grundstücksverkehrsgesetz Landwirten und Kommunen ein Vorkaufsrecht auf solches Land, sodass ein Privatinvestor hinten anstehen muss. Dagegen ist der Immobilienmarkt reichlich bestückt.

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