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Ingrid Peters und Nicole über Saarland und das Leben

Die saarländischen Sängerinnen Ingrid Peters und Nicole Seibert sind überzeugte Saarländerinnen. Sie stellten sich den Fragen von SR-Chefredakteur Norbert Klein und SZ-Chefredakteur Peter Stefan Herbst. (von links)

Die saarländischen Sängerinnen Ingrid Peters und Nicole Seibert sind überzeugte Saarländerinnen. Sie stellten sich den Fragen von SR-Chefredakteur Norbert Klein und SZ-Chefredakteur Peter Stefan Herbst. (von links)

Herbst: Zum neuen Jahr nimmt man sich oft etwas vor. Was wollen Sie 2013 anders  machen?
Peters: Gar nichts. Ich habe aufgehört, an Vorsätze zu denken. Man hält sie sowieso nicht ein. (...) Zum anderen läuft in meinem Leben alles so, wie es laufen soll. (...) Aber es gibt sicherlich noch Pläne, die ich noch verwirklichen will.
Nicole: Ich halte es genauso wie die Ingrid. (....) Der Vorsatz ist, dass ich mir keine Vorsätze mache.

Klein: Über Stars gibt es das Klischee, dass sie in Städte wie Berlin oder New York gehören. Wie kommt es, dass Sie gern im Saarland leben?
Nicole: Das ist meine Heimat. (...) Ich hätte natürlich die Möglichkeit gehabt, in die Medienstädte zu ziehen, aber ich wollte das nie. (....) Ich fühle mich zuhause bei meiner Familie. Ich habe hier ehrliche Freunde, auf die ich zählen kann. Das ist wichtig, denn das Showgeschäft ist stellenweise sehr oberflächlich. Man weiß nicht, wem man trauen kann.

Herbst: Haben Sie schon mal gedacht, von hier wegzuziehen?
Peters: Ich habe natürlich öfters darüber nachgedacht, gerade in den Jahren, in denen es viele Termine gab und man viele Strecken bewältigen musste. (...) Aber ich bin hier zuhause. Hier kriegt mich keiner mehr weg!

Klein: Anders als im Showgeschäft haben Frauen in Politik und Wirtschaft nach wie vor das Nachsehen. Wie bewerten Sie das?
Peters: (...) Ich finde schon, dass Frauen in der Politik in den oberen Positionen ein wenig vernachlässigt werden. Dabei sind sie nicht weniger intelligent als Männer.

Herbst: Befürworten Sie eine Frauenquote in Politik und Wirtschaft?
Nicole: Ja, ich denke schon.
Peters: Ich weigere mich so ein bisschen, das von außen zu reglementieren. Eine Frau, die total politisch oder wirtschaftlich ambitioniert ist, die wird heute ihren Weg gehen.

Herbst: Nicole, warum würden Sie nicht mehr am Eurovision Song-Contest teilnehmen?
Nicole: Ich kann das Ergebnis ja nicht mehr toppen. Ich möchte auch das Lied „Ein bisschen Frieden“ nicht entzaubern. Ich gehe so weit zu sagen: Dieses Lied ist ein Jahrhundertlied. Das passiert nur einmal in der Karriere.

Klein: Was hat sich geändert?
Nicole: Wir haben uns früher monatelang überlegt, wie wir Menschen tief im Herzen berühren können, so dass es lange nachhallt. (...) Mittlerweile ist die Musik schnelllebiger geworden, sie kommt und geht.

Herbst: Was halten Sie von Casting-Shows im Fernsehen?
Nicole: Ich kann mich nicht sehr damit anfreunden. Mich stören die verbalen Entgleisungen unter der Gürtellinie. Das muss nicht sein. (...) Mittlerweile soll es ja auch schon für Kinder diese Castingshows geben. Das finde ich sehr bedenklich, weil ich nicht weiß, was man in Kinderseelen anrichten kann, wenn man sagt: „Das war jetzt Mist, was du gemacht hast.“

Herbst: Woran liegt es, dass die Eurovision-Song-Contest-Gewinnerin Lena kaum noch wahrgenommen wird?
Peters: Das ist das Übliche. Ein Star ist man nicht von heute auf morgen. Man muss sich einen Starstatus lang und hart erarbeiten. (...) Sie ist eine bezaubernde junge Frau mit viel Charme. (...) Doch für die Persönlichkeit, die man in der Branche braucht, hat sie noch ein Stück zu gehen.

Herbst: Sie kommen viel rum. Wie ist es aus Ihrer Sicht um den Ruf des Saarlands bestellt?
Nicole: Viele glauben, dass das Saarland verrußt ist durch die Hütten. Da halte ich immer dagegen. (...) Wo immer ich hinkomme,  versuche ich zu überzeugen, dass das Saarland eine Reise wert ist. Einfach, um mal einen schönen Grillnachmittag mit Schwenker und Grillwürstchen zu machen und die saarländische Gastfreundschaft zu genießen.

Klein: Die Landesregierung will für 1,5 Millionen Euro pro Jahr die Marke „Saarland“ bundesweit publik machen. Ist es das Geld wert?
Peters: Das ist schwer zu sagen. Das Saarland hätte schon eine Kampagne nötig, aber ist es das wert?
Nicole: Haben wir als Saarländer das nötig? Die Leute sollen von selbst darauf kommen.




„Die Menschen im Saarland sind so bodenständig“ Zum Abschluss des Saartalks gilt es für die Gäste, eine Reihe von kurzen Sätzen schnell und möglichst spontan zu ergänzen.

Herbst: Am Saarland schätze ich besonders ...
Peters: ... dass die Menschen so bodenständig sind.

Klein: Ich lebe gerne im Saarland, weil ...
Nicole: ... meine Familie dort ist.

Herbst: Musik und Malerei sind für mich ...
Peters: ... das Wichtigste im Leben.

Klein: Mein Erfolgsrezept für eine glückliche Ehe ist ...
Nicole: ...auf jeden Fall Treue. So, wie man’s mal geschworen hat.

Herbst: Casting-Shows sehe ich sehr kritisch, weil...
Peters: ... mit den Menschen nicht so umgegangen wird, wie ich es tun würde.

Klein: Der Eurovision Song-Contest ist heute ...
Nicole: ... eine schnelllebige Popsendung geworden, mit der ich immer weniger anfangen kann.

Herbst: An Nicole schätze ich besonders ...
Peters: ... dass se aach en saarländisch’ Mädsche is’!

Klein: An Ingrid Peters schätze ich besonders ...
Nicole: ... ihren Humor.

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