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Initative will Klarheit: Was wird aus der Güdinger Schleuse?

Für den Bootsverkehr ist die Güdinger Schleuse das Tor von und nach Frankreich.

Für den Bootsverkehr ist die Güdinger Schleuse das Tor von und nach Frankreich.

Die Güdinger Schleuse ist in Gefahr, hat die SPD-Bundestagsabgeordnete Elke Ferner vor einem Jahr gewarnt. Wahlkampfgetöse sei das, hielt ihr die damals gemeinsam in Berlin regierende politische Konkurrenz von CDU und FDP entgegen. Aber weder SPD, noch CDU und FDP bekamen aus dem Bundesverkehrsministerium klare Aussagen.

Es werde geprüft hieß es. Im Juli vergangenen Jahres warnten der Regionalverband und der ADAC: Die Schließung der Schleuse würde dem Tourismus schaden. Ohne die Schleuse sei der Bootsverkehr in die beliebten lothringischen und elsässischen Kanäle nicht mehr möglich. Deshalb macht sich auch die Stadtverwaltung Sorgen um die Schleuse. Es bringe ja nichts, in den Osthafen zu investieren, wenn Freizeitkapitäne von dort aus nicht mehr in den Urlaub starten können. Die für das Hafenprojekt zuständige Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer nannte die Zukunft der Schleuse „gefährdet“.

Es gebe aber Hoffnung, da Frankreich eine Schließung der Schleuse als Affront gegen nationale Verträge betrachten würde.

Im Oktober hat sich nach den Motorbootclubs der Region auch der interregionale Parlamentarierrat für den Erhalt der Schleuse ausgesprochen. Im Bundesverkehrsministerium ließ man sich davon bisher offenbar nicht beeindrucken. Auch eine SZ-Anfrage, was denn nun mit der Schleuse passieren soll, blieb bisher unbeantwortet. Und auch das saarländische Verkehrsministerium teilte gestern auf Anfrage mit: Noch keine Antwort aus Berlin.

Die „Grenzüberschreitende Interessengemeinschaft für den Erhalt der Gesamtanlage Schleuse und Wehr in Saarbrücken- Güdingen“ hält diese Nicht-Informationspolitik für verantwortungslos. Sie hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt nun in einem neunseitigen Brief erklärt, warum es für Saarbrücken und die Region wichtig sei, schnell klarzustellen, dass die Schleuse erhalten bleibt.

Es gehe hier um private und öffentliche Investitionen in den Hafen, in Ausflugslokale und die Saarbrücker Fahrgastschiffe, die nur dann sinnvoll sind, wenn die Schleuse in Betrieb bleibt. Die Schleuse zu schließen, bedeute „gegenüber Frankreich eine imaginäre Mauer aufzubauen“, heißt es im Brief an den Minister.

Die Initiative, deren Sprecher Dieter Reif, Günter Emmer und Michael Schley sind, fordert den Minister auch auf, dafür zu sorgen, dass mehr Güterverkehr auf die Flüsse verlagert wird. Dann seien auch die Schleusen wieder wirtschaftlicher. „Wir Bürgerinnen und Bürger halten die gegenwärtige Situation für untragbar. Für eine kurze, jedoch in sich schlüssige Antwort wären wir dankbar“, schreibt die Initiative.

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