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Innenminister: Einige Ladenbesitzer erwägen Schließung wegen zahlreicher Diebstähle – Verkehrsverein: „Das stimmt auf gar keinen Fall“

Flüchtlinge in der Landesaufnahmestelle Lebach. Foto: B&B

Flüchtlinge in der Landesaufnahmestelle Lebach. Foto: B&B

Innenminister Klaus Bouillon ( CDU ) hat in einem Interview mit der „Welt“ Probleme in der Landesaufnahmestelle und in der Stadt Lebach angesprochen. Insgesamt sei die Lage zwar ruhig, doch „es gibt auch Ladenbesitzer in Lebach , die überlegen zu schließen, weil die Diebstahlrate zu hoch ist“. Dem widersprachen Lebacher Gewerbetreibende gestern entschieden. „Das stimmt auf gar keinen Fall“, sagte Doris Portz vom Vorstand des Verkehrsvereins Lebach . Viele Flüchtlinge besuchten die Geschäfte und seien oft sogar freundlicher als andere Kunden. Sie kritisierte Bouillons Äußerung: „Damit schadet er dem Handel in Lebach .“ Auch der erste Beigeordnete der Stadt, Markus Schu ( CDU ), erklärte, von solchen Problemen sei im Rathaus nichts bekannt. Zwar kursierten zuletzt Gerüchte, dass ein Penny-Markt wegen der hohen Zahl der Flüchtlinge Ende des Jahres geschlossen werde. Tatsächlich wird dieser nach Angaben der zuständigen Immobilienverwaltung aber aus rein wirtschaftlichen Gründen geschlossen (die SZ berichtete).
Bouillon sprach zudem kulturell bedingte Konflikte in der Landesaufnahmestelle an: „Da werden in Warteschlangen Leute weggeschubst, nach dem Motto: Ich Mann, du Frau.“ So etwas werde nicht geduldet. Dann heiße es „ganz energisch: raus. Wer sich so benimmt, bekommt nichts zu essen.“ Zudem trauten sich private Ärzte manchmal nicht, Flüchtlinge für die Abschiebung reisefähig zu schreiben. „Denn dann kann es passieren, dass der ganze Clan vor der Tür steht und meckert“, sagte Bouillon . Die Kassenärztliche Vereinigung äußerte sich dazu gestern zunächst nicht.

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern habe das Saarland die Lage im Griff, betonte der Minister. Andere Regionen hätten es auch wegen „ihrer Klientel“ schwerer: „Mit Flüchtlingen vom Westbalkan gibt es mehr Ärger als bei uns in Lebach , wo fast alle aus Syrien kommen.“

Wichtig sei, die Menschen zu beschäftigen. So werde derzeit in der Landesaufnahmestelle Lebach eine Halle gebaut, in der die Flüchtlinge Tischtennis oder Hallenfußball spielen könnten. „Gut wäre auch, wenn die Leute arbeiten dürften, im Wald oder in unseren verlotterten Parks wäre genug zu tun“, so Bouillon .
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