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Innovation: Verliert das Saarland den Anschluss?

Das Saarland muss sich für Unternehmen und Hochqualifizierte attraktiver machen, will es nicht den Anschluss verlieren. Der Weg dahin: Investitionen in Bildung und eine bessere Infrastruktur.

Das Saarland muss sich für Unternehmen und Hochqualifizierte attraktiver machen, will es nicht den Anschluss verlieren. Der Weg dahin: Investitionen in Bildung und eine bessere Infrastruktur.

Saarbrücken. Das Saarland muss in Bildung und Infrastruktur investieren, will es in Deutschland nicht den Anschluss verlieren. Das zeigt eine Studie der Wirtschaftsprüfungsberatung Pricewaterhouse-Coopers (PWC) und des Hamburger Weltwirtschafts-Instituts (HWWI). Demnach werden langfristig nur Regionen einen überdurchschnittlichen Zuwachs an Erwerbstätigen haben, die auch für Hochqualifizierte besonders attraktiv sind. „Unternehmen legen bei ihrer Ansiedlung nicht mehr nur rein wirtschaftliche Faktoren zugrunde, wichtig ist auch, dass die Region mit weichen Faktoren qualifizierte Arbeitnehmer anzieht“, sagt Joachim Demmer, Leiter der PWC-Niederlassung in Saarbrücken. Die Studie untersucht die Entwicklung der Erwerbstätigenentwicklung in den Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands zwischen 1994 und 2007 und schreibt sie bis 2020 fort.

Gute Prognose der  allgemeinen Erwerbstätigkeit

Das Saarland gehört bei der Zahl der hochqualifiziert Beschäftigten in den kommenden zehn Jahren zu den Verlierern. Zwischen drei (Landkreis Merzig-Wadern) und fast zehn Prozent (Landkreis Neunkirchen) geht ihre Zahl im Land zurück. Als Basis für die Prognose hat das HWWI die Industriestruktur der verschiedenen Regionen untersucht und auf dieser Basis die Entwicklung hochgerechnet. Bei der Prognose der allgemeinen Erwerbstätigkeit koppelt sich das Saarland allerdings mittelfristig vom in der Studie beobachteten Trend ab – hier entwickeln sich die meisten Landkreise im Land in den kommenden zehn Jahren sogar überdurchschnittlich gut.

Dieses Phänomen führt Demmer auf die erfolgreiche Innovationsstrategie der vergangenen Jahre zurück, die den Rückgang der Erwerbstätigkeit aufschiebt, der anderswo mit dem Verlust Hochqualifizierter einhergeht. „Das Saarland hat den Strukturwandel gut gemeistert“, sagt Demmer. Die Zahl hochqualifizierter Arbeitsplätze ist in den vergangenen Jahren weit überdurchschnittlich gestiegen – im Saarpfalz-Kreis war es beispielsweise ein Plus von 62,3 Prozent. Der jetzt erwartete Anstieg der Beschäftigung ist eine Folge dieser Entwicklung.


In Bildung und Standort investieren

Um dem drohenden Verlust der Hochqualifizierten entgegenzuwirken, sei Handeln nötig, sagt Demmer: „Das Saarland muss jetzt dringend in Bildung und den Standort investieren.“ Gerade bei der Bildung dürfe nicht gespart werden, sagt Demmer. „Wir müssen heute die Bildungsinfrastruktur für in 20 Jahren legen.“ Es gelte jetzt, den bereits hohen Standard der Universität weiter auszubauen – unter anderem auch über Drittmittelfinanzierung aus der Wirtschaft. „Die Universitäten müssen verstärkt Netzwerke in die Industrie hinein bilden“, sagt Demmer.

Standort von Nischentechnologie

Unverzichtbar sei in diesem Zusammenhang auch, die Innovationsstrategie des Saarlandes weiterzuführen. Denn diese sei – in Verbindung mit dem Ausbau der Hochschule – der Motor für die Ansiedlung forschungsintensiver Unternehmen. „Das Saarland hat sich erfolgreich als Standort von Nischentechnologie etabliert“, sagt Demmer. Diesen Weg müsse das Land weitergehen und gleichzeitig die bestehende Industrie als stabilisierenden Faktor stützen.

Bildungsinvestitionen gewinnen auch insofern an Bedeutung, da hochqualifizierte Arbeitskräfte besonders flexibel sind. Die Abwanderung droht – angesichts des hierzulande bereits einsetzenden demographischen Wandels – den Fachkräftemangel noch zu verschärfen.

Auch die Investition in die Infrastruktur spielt für die zukünftige Standortattraktivität eine wichtige Rolle: „Eine schnelle Anbindung per ICE und TGV ist ebenso von zentraler Bedeutung wie ein gut angebundener Metropolflughafen“, sagt Demmer.

„Die Studie zeigt, dass sich unser Land zuletzt gut entwickelt hat, das sollte jetzt nicht durch Unterlassung aufs Spiel gesetzt werden.“

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