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Innovationstage bei Festo: Mitarbeiter stellen ihre Projekte vor

Nachrichten aus der Region St. Ingbert.

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Rohrbach. „Hebe den Blick und du siehst keine Grenzen“, schreibt Richard Bach in seinem Buch „Die Möwe Jonathan“. In der Geschichte geht es um eine Möwe, die anders ist als ihre Artgenossen. Sie ist zielstrebig und will die Kunst des Fliegens perfektionieren. In die Zukunft schauen, sich von scheinbaren technischen Grenzen nicht abschrecken lassen und innovative Ideen entwickeln – das hat sich auch das Unternehmen Festo auf die Fahnen geschrieben. Dabei lassen sich die Mitarbeiter auch von der Natur inspirieren, zum Beispiel vom Flug einer Möwe. Es ist den Festo-Entwicklern gelungen, den Vogelflug zu entschlüsseln und somit die bionische Silbermöwe Smartbird zu bauen.

Die Augen funkeln in strahlendem Blau als Smartbird abhebt und einige Runden durch das Festzelt auf dem Gelände der Festo in Rohrbach dreht. Elegant schlägt die bionische Möwe mit ihren Flügeln. Es ist verblüffend, wie echt Smartbird wirkt. Kein Wunder also, dass die Vorführung der neuesten Produkte des Festo Bionic Learning Networks zu den Höhepunkten der Innovationstage in Rohrbach zählt. Entwickelt und gebaut wurde die bionische Silbermöwe mit einer „Haut“ aus besonderem Schaum in Esslingen. „Sie ist extrem leicht“, erklärt Heinrich Frontzek, Leiter der Festo- Unternehmenskommunikation. „Mit einer Handybatterie hält sie sich 20 Minuten in der Luft.“ Das Unternehmen möchte mit solchen Entwicklungen die Jugend ansprechen, aber auch Erkenntnisse für Automatisierungsprozesse gewinnen.

Wie erfolgreich Festo auf dem Gebiet der Bionik ist, zeigt der Bionische Handling Assistent, für den das Unternehmen 2010 den Deutschen Zukunftspreis erhalten hat. Der flexible Greifarm ist dem Rüssel eines Elefanten nachempfunden. „Bionik ist seit 20 Jahren ein Thema bei Festo. Es geht dabei um die Fragestellung: Was können wir uns bei der Natur abschauen?“, so Frontzek.

Neben dem Ausflug in die bionische Welt dreht sich bei den Innovationstagen alles um den Entwicklungsprozess des Unternehmens, in den die Mitarbeiter aktiv miteinbezogen werden. Es geht darum, sich für die Zukunft zu wappnen und dabei sind auch insbesondere deren Ideen gefragt. Das Festzelt ist in die Bereiche HK-Tag, Innovation, Exponate, Kostenprojekte und Star (Standardisiertes Arbeiten) aufgeteilt. „Die Mitarbeiter haben über 200 Vorschläge für die Innovationstage eingereicht“, sagt Personalschef Klaus Utfeld. Davon werden jetzt 55 im Zelt präsentiert.

Im Bereich Star ist zum Beispiel ein Computermonitor aufgebaut, der Informationen zum Thema Zerspanen präsentiert. Bei Festo fallen Späne aus verschiedenen Materialien an, die dann sortiert entsorgt werden.

Um den Prozess des Sortierens zu erleichtern, hat eine Mitarbeitergruppe eine Kennzeichnung entwickelt. Auf den Containern ist eine runde Scheibe angebracht. Durch Drehen dieser Scheibe lässt sich das entsprechende Material auswählen. Alle 2500 Mitarbeiter der Festo haben zwei Tage lang Gelegenheit, sich alle Star-Präsentationen anzuschauen und zu bewerten. Die besten drei Projekte werden prämiert. „Mein Lieblingspreis ist die Currywurst für die ganze Gruppe“, scherzt Werkleiter Gerold Lucas. „Die wird nämlich auf Mallorca gegessen.“ Für Lucas, der seit Januar Werkleiter in Rohrbach ist, ist es wichtig, die Mitarbeiter in die Entwicklung des Unternehmes miteinzubeziehen.

Auch das Thema Kosten sei wichtig, wenn es um die Zukunft und die Wettbewerbsfähigkeit geht. Deshalb werden bei den Innovationstagen auch Kostenprojekte präsentiert, die aufzeigen, wo man – wenn auch im Kleinen – sparen kann. Bei drei Projekten in Rohrbach konnten die Montagekosten um 35 Prozent gesenkt werden. „Damit sind wir in der Montage günstiger als China“, verkündet Lucas stolz. An Ideen, was das Vereinfachen von Arbeitsschritten und das Senken von Kosten betrifft, mangelt es in Rohrbach nicht, wie die Innovationstage zeigen.

HINTERGRUND

Bei der Festo in Rohrbach arbeiten derzeit 2500 Mitarbeiter. Schwerpunkt des Standortes ist die Fertigung von Zylindern und die Produktion von pneumatischen Antrieben. Ein weiteres wichtiges Standbein sind elektrische Antriebe. Dieser Bereich ist derzeit im Wachstum, da in der Industrie verstärkt auf elektrische Antriebe gesetzt wird. evy

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