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Intel und DFKI arbeiten in Saarbrücken am 3D-Internet der Zukunft

Der weltweit größte Chiphersteller Intel ist neuer Gesellschafter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Dessen Chef Wolfgang Wahlster verspricht sich von der Zusammenarbeit einen Wettbewerbsvorsprung von zehn Jahren gegenüber Konkurrenten.

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Saarbrücken. Intel ist gestern dem Kreis von inzwischen über 20 Gesellschaftern des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) an der Universität des Saarlandes beigetreten. Der Gesellschafter-Anteil von Intel beträgt nach Angaben von DFKI-Chef Wolfgang Wahlster (Foto: SZ) rund 100.000 Euro. Intel belässt es dabei nicht bei einer Kapitalbeteiligung sondern entsendet auch eigene Mitarbeiter nach Saarbrücken. Dafür übernimmt Intel weitere 800.000 Euro an Personalkosten. Die Intel-Mitarbeiter sollen mit den DFKI-Forschern neue Projekte betreuen. Wahlster zu den Hauptvorteilen der neuen Kooperation: „Wir können vor allen anderen Konkurrenten weltweit die neueste Technik von Intel für unsere Anwendungen nutzen.“

Insgesamt betreut das DFKI derzeit rund 100 Projekte mit einem Gesamtumsatz von 30 Millionen Euro. „2009 war für uns ein Rekordjahr“, sagt Wahlster. Künftig werde das DFKI seine Entwicklungen frühzeitig auf neuesten Intel-Prozessoren testen - lange bevor diese auf den Markt kommen.

Ein gemeinsames Anwendungsgebiet von DFKI und Intel soll beispielsweise der Bereich „Heim und Wohnung“ sein. So sind Entwicklungen geplant, die älteren Menschen ein möglichst langes und gefahrloses Leben zu Hause ermöglichen. Der Anteil von Intel besteht hierbei in der Entwicklung „verborgener Elektronik“. Wahlster nennt als Beispiel kleine Prozessoren in Form von Mini-Chips, die in Teppiche eingebaut werden und automatisch einen Sturz registrieren. Eine speziell vom DFKI entwickelte Anwendung signalisiert einem Mobiltelefon den Sturz, dieses alarmiert dann automatisch einen Verwandten oder den Krankenwagen. Die Zusammenarbeit mit Intel biete vor allem auch die Möglichkeit, neue 3D-Visualisierungen im Internet mit extrem hohen Datenmengen schneller voranzubringen.

Davon ist Philipp Slusallek überzeugt, DFKI-Forschungsleiter für den Bereich Agenten und Simulierte Realität. Virtuelle Welten würden so dreidimensional erfahrbar. Hier will das DFKI mit Intel Basistechnologien für das 3D-Internet weiter entwickeln. Auch Joseph Schütz, der als Vize-Präsident von Intel extra aus Amerika angereist war, setzt große Hoffnungen auf die Zusammenarbeit mit der Forschung an der Universtät und speziell dem DFKI. Für die Arbeit von Intel sei die Saar-Universität „die beste Adresse der Welt“, betonte Schütz. „Wir haben mit dem Intel Visual Computing Institute jetzt ein eigenes Institut an der Saar.“

Auch die Landesregierung hob den Beitrag von Intel für die weitere Standort-Profilierung des Saarlandes hervor. „Wir haben mit Intel jetzt die beste Forschungseinrichtung vor Ort, die es in diesem Bereich weltweit gibt“, unterstrich Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Christoph Hartmann (FDP). Die Verzahnung von Grundlagenforschung und Anwendungsorientierung auf dem Campus der Uni des Saarlandes habe Vorbildcharakter. Deshalb unterstütze das Land die Erweiterung des DFKI mit 50 Prozent Förderung und 2,25 Millionen Euro aus europäischen Strukturförder-Mitteln.


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