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Interesse an neuem Bier aus der Stadt St. Ingbert

Nachrichten aus der Region St. Ingbert.

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St. Ingbert. Das Interesse an einer neuen Brauerei in St. Ingbert geht offenbar weit über den Kreis passionierter Bierfreunde hinaus. Diesen Schluss legt die Resonanz einer ersten Informationsveranstaltung nahe, zu der der Freundeskreis Biosphärenbrauerei in der vergangenen Woche in das Kesselhaus der Baumwollspinnerei eingeladen hatte (wir berichteten). Weit über 100 Besucher zeigten mit ihrer Neugier an einem Bier „von der Region für die Region“, dass dessen Initiatoren ihre Vorbereitungen nicht dämpfen, sondern eher verstärken sollten.

Der St. Ingberter Oberbürgermeister unterstrich noch einmal das Ziel, mit einer regionalen Bierproduktion Biosphäre Bliesgau mehr als bisher erlebbar zu machen. „Dieses Projekt kann zum Musterbeispiel für eine Regionalvermarktung werden: Es entsteht eine Wertschöpfungskette, die auch die traditionelle Stadt- Land-Beziehung in unserer Region stärken würde“, meinte Georg Jung. Er erläuterte auch die Phasen, in denen sich eine Biosphärenbrauerei entwickeln könnte. Zunächst soll eine bisher noch grobe Planung verfeinert werden. Konkret soll ein Standort für eine St. Ingberter Brauerei gefunden und gleichzeitig ein Wirtschaftsplan sowie eine Marketingstrategie entwickelt werden.

Jung: „Nicht zuletzt wollen wir eine Genossenschaft oder eine kleine AG vorbereiten, in der sich auch die Bürger an der Brauerei beteiligen können.“ Für diese könnten anschließend Anteile gezeichnet werden und danach der Bau der Brauerei beginnen. Als Bauzeit für eine St. Ingberter Braustätte wäre laut Jung etwa ein Jahr erforderlich. Wirtschaftliche Chancen für ein Biosphärenbier machte Alfred Wunderlich, der Sprecher des Freundeskreises, aus. Denn nach Ansicht des in St. Ingbert lebenden Braumeisters gehe bundesweit der Bierkonsum zwar zurück, „Klein-, Kleinst- und Hausbrauereien sind aber im Trend“. Ihren Aufschwung verdankten die Kleinen der Vielfalt. Und eine solche skizzierte auch Wunderlich: „Neben Ganzjahresbieren sind auch Spezialitäten wie Märzen, Bock- oder Weihnachtsbier möglich.“

Die Voraussetzungen für beste Biersorten seien gegeben. „St. Ingberts weiches Wasser ist so ideal wie die gute Ackerflächen für Gerste, die der Bliesgau bietet“, sagte Wunderlich. Mit beidem seien schon 90 Prozent der Zutaten für das Bier in der Biosphäre vorhanden. Dieses soll „mit modernster Technik handwerklich gebraut“ werden.

Und auch für die mit der neuen Brauerei angestrebte Nachhaltigkeit sei gesorgt: „Durch die Nähe zur Landwirtschaft im Bliesgau ergeben sich kurze Transportwege und auch Nutzungsmöglichkeiten für die beim Brauen entstehenden Nebenprodukte wie Treber.“ Wie die Landwirte im Bliesgau mit einer Biosphärenbrauerei zusammenarbeiten könnten, erläuterte Klaus Dieter Brück, Leiter der Abteilung Landbewirtschaftung bei der saarländischen Landwirtschaftskammer.

Brück: „Die Produktion der fürs Brauen nötigen Sommergerste ist im Bliesgau kein Problem.“ Seine Einschätzung unterstrich der Agrar-Experte mit Zahlen und Rechenexempeln. Zur Malzextraktbildung brauche man 21,7 Kilo Braugerste je Hektoliter Bier. Für die in St. Ingbert angedachte Jahresleistung von etwa 2000 Hektolitern wären etwa 400 Doppelzentner Braugerste erforderlich. „Eine gute Braugerste würde hierfür zehn bis 15 Hektar Fläche erfordern, die sich im Bliesgau leicht finden lässt“, so Brück. Waren im Saarpfalz-Kreis 2010 doch immerhin 345 Hektar Ackerland mit Sommergerste bestanden.

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