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Interview: Linke-Geschäftssführer Bartsch zu möglichem Lafontaine-Rücktritt

Der Noch-Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, rechnet damit, dass sich Parteichef Oskar Lafontaine heute klar zu seiner politischen Zukunft äußert. Mit Bartsch sprach unser Berliner Korrespondent Stefan Vetter.

Herr Bartsch, fühlen Sie sich in Ihrer Partei isoliert?
Bartsch: Nein. In den letzten Wochen habe ich ein solches Maß an Solidarität erlebt, wie ich das zuvor noch nie erfahren habe.

Statt Bundesgeschäftsführer künftig nur noch siebter Fraktionsstellvertreter – wenn das keine Degradierung ist, was dann?
Bartsch: Erstens bleibe ich Bundesgeschäftsführer bis zum Mai. Zweitens bin ich ein Stellvertreter von sieben. Das ist eine neue und interessante Aufgabe. Übrigens: Dass ich im Mai nicht wieder für den Bundesgeschäftsführer kandidiere, wissen meine Mitarbeiter schon seit meiner Wiederwahl vor zwei Jahren.

So werden Legenden gestrickt.
Bartsch:
Ich gebe zu, die aktuellen Umstände sprechen gegen diese Tatsache. Aber ich war schon Bundesgeschäftsführer, als Franz Müntefering und Angela Merkel den gleichen Posten hatten. Da ist es nicht so ungewöhnlich, etwas anderes machen zu wollen. Mein Schwerpunkt wird künftig die Auseinandersetzung mit Schwarz-Gelb sein und weniger der Parteiaufbau.

Ihr alter Freund Gregor Gysi hat sie öffentlich gerügt und Ihnen damit bedeutet, den Parteiposten zu räumen. Ist da eine vertrauensvolle Zusammenarbeit noch möglich?
Bartsch:
Mit Gregor Gysi verbinden mich viele Jahre eines gemeinsamen politischen Engagements. Mit seinen Äußerungen hat er allerdings eine Position bezogen, die ich nicht teile. Den Vorwurf der Illoyalität weise ich entschieden zurück. Gleichwohl haben Gysi und ich so viel zusammen erlebt, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich ist, auch wenn unsere persönliche Freundschaft zweifellos Kratzer bekommen hat.

Mit Bodo Ramelow wird ein weiterer Pragmatiker nicht mehr für die engere Parteiführung kandidieren. Setzt die Linke nur noch auf radikale Opposition?
Bartsch:
Bodo Ramelow ist einer von 44 Mitgliedern im Parteivorstand und hat als Thüringer Landtagsfraktionschef großen Einfluss auf unsere Politik. Nach dem Wahlparteitag im Mai in Rostock wird es auch weiter eine ausgewogene Mischung an der Spitze geben, so wie es der Pluralität der Partei entspricht. Wir müssen den Spagat der Linken zwischen einer linken Volkspartei im Osten und einer Interessenpartei, die im Westen um den Einzug in die Parlamente kämpft, aushalten.

Niemand sei unersetzlich, hat Parteichef Lafontaine vor ein paar Tagen erklärt. Muss sich die Linke auf eine Zukunft ohne den Saarländer an der Spitze einstellen?
Bartsch:
Ich kann Oskar Lafontaine nur zustimmen: Niemand ist unersetzlich, auch nicht in der Linken. Irgendwann, das ist bei jedem so, gibt es auch eine Zeit, in der Oskar Lafontaine nicht mehr in der ersten Reihe steht.

An diesem Samstag tagt der Parteivorstand in Berlin. Was erwarten Sie von dem Treffen, an dem auch Lafontaine teilnimmt?
Bartsch:
Ich erwarte, dass er über seine politische Zukunft Auskunft gibt. Und er wird das auch tun.

 
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