L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Investor will Büros in altem Schleusenwärterhaus an der Saar einrichten

1982 wurde das Schleusenwärterhaus an der Saar erbaut – mit seinen acht Stelzen und seiner ungewöhnlichen Form erinnert es an ein eben gelandetes Raumschiff. Foto: Oliver Dietze

1982 wurde das Schleusenwärterhaus an der Saar erbaut – mit seinen acht Stelzen und seiner ungewöhnlichen Form erinnert es an ein eben gelandetes Raumschiff. Foto: Oliver Dietze

Wie ein eben gelandetes Raumschiff steht es am Ufer der Saar, vor ihm ziehen die Schiffe vorbei, hinter ihm rauscht die Autobahn: Das ehemalige Schleusenwärterhäuschen nahe der Saarbrücker Westspange ist ein Blickfang, gelb leuchtend und achtbeinig. „Ich habe mich regelrecht in das Gebäude verliebt, als ich es das erste Mal sah“, sagt Richard Druck. „Es ist einzigartig in Deutschland.“ 1982 an der ehemaligen Schleuse Malstatt erbaut, wurde das Gebäude im Zuge der Saar-Kanalisierung Ende der 90er Jahre überflüssig und stand seitdem leer. 2009 kaufte der Stuttgarter das Häuschen für einen fünfstelligen Betrag vom Bund, dem es als Dienstherr des Wasser- und Schiffahrtsamts gehörte.

Der 51-Jährige sanierte es, ließ eine Infrarotheizung einbauen und wandhohe Fenster einsetzen. 100 000 Euro hat er bereits in sein Stelzenhaus gesteckt, und er hat große Pläne: Ein „Virtual Office Center“ will er einrichten – fünf bis sieben kleine Büros zur Vermietung. Interessenten gebe es bereits, sagt Druck. Oben drauf soll eine Glaskuppel mit Solarelementen, um eine „lichtdurchflutete Gebäude-Skulptur“ zu schaffen, die einem „Ufo“ ähnelt, darin Konferenzräume, die er an Vereine oder für kulturelle Veranstaltungen vermieten möchte. Geschätzte Kosten der Kuppel: 150 000 Euro. Nachts könnte man es beleuchten und so zu einem „imposanten Gebäude am Eingangstor der Stadt“ machen, schwärmt Druck. Doch es kam anders: Was folgte waren jahrelange Auseinandersetzungen mit den Saarbrücker Baubehörden . Die ließen nämlich eine „private Nutzung ohne Pkw-Erschließung“ zu, nicht aber eine geschäftliche mit entsprechendem Autoverkehr. Als das „Ufo“ noch ein Schleusenhäuschen war, durfte es von den Mitarbeitern über den Leinpfad und die Autobahnzufahrt angefahren werden. Für Privatpersonen gelte das aber nicht – vor allem aus Sicherheitsgründen, wie ein Sprecher der Stadt mitteilt. Drucks Pläne seien zudem nicht mit dem Flächennutzungsplan der Stadt vereinbar. Der zeichnet das Grundstück nämlich als „Grünfläche“ in einem sogenannten „Außenbereich“ aus, wo weder gebaut noch Büros betrieben werden dürfen.

Für Druck nicht nachvollziehbar: Wenn die Stadt tatsächlich das innerstädtische Saartal aufwerten und private Bauherren gewinnen wolle, um die Stadt attraktiver zu machen, wie sie das in ihrem Städtebaulichen Entwicklungskonzept 2011 festgelegt hat, warum schlage ihm dann seit Jahren „ignorante Ablehnung“ entgegen? Wenn das Projekt „Stadtmitte am Fluss“ möglich sei, warum dann nicht sein „Westspangen-Center“? „Wie es aussieht, ist man in Saarbrücken trotz desolater Haushaltslage weder an der Ansiedlung von Unternehmen noch an Steuereinnahmen oder neuen Ideen interessiert“, sagt Druck. Er ist sauer und mittlerweile zu der Überzeugung gelangt: „Im Saarland läuft manches völlig anders als andernorts.“ Andere Städte seien sehr viel entgegenkommender bei Bauvorhaben.

Druck zog vor das Verwaltungsgericht – und scheiterte. Die Richter gaben der Stadt recht: Das Vorhaben widerspreche den Vorschriften des Baugesetzbuches. Eine Baugenehmigung könne nicht erteilt werden, eine Büronutzung sei nicht zulässig. Doch Druck gibt nicht auf: Er will Berufung einlegen. Und er hat an alle 63 Saarbrücker Stadträte und 51 Landtagsabgeordneten in dicken Briefen um Unterstützung gebeten, denn: „Wenn man die Flussaue beleben möchte, sollte man im Kleinen anfangen.“ Und das Motto des Landes sei schließlich: „Großes entsteht immer im Kleinen.“
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