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Islamunterricht: Modellprojekt in Rheinland-Pflaz lehrt Glauben und Werte

Mainz. Vielen Schulkindern aus muslimischen Familien fehlt grundlegendes Wissen über ihre Religion. „Manche Kinder wissen nicht, was eine Moschee ist“, sagte der Mainzer Islamlehrer Abdeladim Benrachid. Die Religiosität habe auch in vielen Zuwandererfamilien abgenommen. Der Islamwissenschaftler erteilt seit 2008 islamischen Religionsunterricht an einer Grundschule im Mainzer Stadtteil Lerchenberg sowie seit dem neuen Schuljahr zusätzlich in Worms. Im Rahmen eines Modellprojekts gibt es in Rheinland-Pfalz ein entsprechendes Angebot bereits an insgesamt elf Grund- und weiterführenden Schulen, neun davon in Ludwigshafen.

Allein in Mainz besuchen etwa 50 Kinder den Unterricht, etwa ein Viertel aller Grundschüler auf dem Lerchenberg. Größtes Problem seien bislang fehlende Unterrichtsmaterialien, sagte Benrachid. Viele Ideen habe er sich deshalb aus den Lehrplänen für evangelischen und katholischen Religionsunterricht abgeschaut und für seine eigenen Stunden adaptiert. „Es geht nicht nur darum, Koran-Suren auswendig zu lernen, sondern auch um Sozialkompetenz“, erklärte der in Marokko geborene Religionslehrer. Mit den Grundschülern spreche er häufig über Werte wie Respekt vor Eltern und anderen Kindern. Auch der interreligiöse Dialog sei ein wichtiges Element.



Kirchen befürworten Ausbau des Unterrichts für Muslime

Der Islamunterricht an rheinland-pfälzischen Schulen ist so konzipiert, dass Angehörige aller Rechtsschulen daran teilnehmen können. In Mainz hätten Familien türkischer Aleviten ihre Kinder allerdings nicht zum islamischen Religionsunterricht angemeldet, sagte Benrachid. Bislang habe die unterschiedliche Herkunft der Kinder zu keinen Problemen geführt. Mit einem großen Teil der Familien gebe es Kontakt über ein Elterncafé.

Religionsunterricht für Muslime in deutscher Sprache gibt es in Rheinland-Pfalz seit 2004. Bislang ist das Angebot erst an wenigen Schulen eingeführt worden, weil es für die Behörden schwierig ist, die nötigen Ansprechpartner zu finden. Der Islam kennt keine Strukturen, die den christlichen Kirchen vergleichbar sind, es existiert eine Vielzahl muslimischer Verbände und Vereine. Ein Großteil der Muslime gehört gar keiner Vereinigung an. Die christlichen Kirchen befürworten einen Ausbau des Religionsunterrichts für muslimische Schüler.
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