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Ist Verdi Saar bald Geschichte? Fusion mit Verband Rheinland-Pfalz steht bevor

Wenn sich heute die Landesvorstände Rheinland-Pfalz und Saarland der Gewerkschaft Verdi in Speyer treffen, schlagen sie ein neues Kapitel der Arbeitnehmer-Organisation in der Region auf. Denn die Vorstände wollen die Fusion der beiden bislang selbstständigen Verdi-Landesbezirke beschließen. Auch der weitere Fahrplan steht schon. Am 29. Januar soll in Berlin der Gewerkschaftsrat die Vereinigung absegnen. Dieses ehrenamtlich besetzte Gremium ist zwischen den Bundeskongressen das höchste Verdi-Organ.

Gemeinsame Landesleitung

Die Fusion soll schon am 1. April 2014 abgeschlossen sein. Allerdings soll erst im März 2015 die erste gemeinsame Landeskonferenz den Zusammenschluss offiziell absegnen und einen gemeinsamen Landesbezirksvorstand wählen.
In der Zwischenzeit soll eine Landesleitung die Geschicke des neuen Bezirks führen. Sie setzt sich aus den bisher getrennten Bezirksleitungen zusammen. Für das Saarland sitzen Landesbezirkschef Alfred Staudt sowie sein Stellvertreter Kurt Hau in dem Gremium. Die zweite stellvertretende Bezirksleiterin Petra Frank wird nach Angaben von Verdi das Saarland „aus privaten Gründen“ verlassen und künftig als Gewerkschaftssekretärin in Nordrhein-Westfalen arbeiten.

Für sie rückt Michael Blug als sogenanntes kooptiertes Mitglied in die Landesleitung auf. Er ist als Fachbereichsleiter für die Sparte Ver- und Entsorgung zuständig. Für Rheinland-Pfalz sitzen die bisherigen Verdi-Bezirkschefs in der neuen Landesleitung: Uwe Klemens (Leiter), Christine Gothe und Andrea Hess (Stellvertreterinnen). Der gemeinsame Landesbezirk wird 120.000 Mitglieder vertreten, 35.000 davon aus dem Saarland.

Regionale Unterbezirke

Unterhalb dieser Ebene soll es regionale Unterbezirke geben, wobei die Region Trier dem Saarland angegliedert werden soll. Wie dieser neue Unterbezirk heißen soll und wer ihn führen wird, soll am 7. Januar entschieden werden.
„Es ist keine Fusion, die von oben verordnet wurde“, sagt der saarländische Landesvize Kurt Hau. „Wir schließen uns freiwillig zusammen.“ Finanziell stehe der Saar-Bezirk gut da. „Wir haben Handlungsfreiheit.“ Die Landesbezirke hätten sich immer mehr angenähert. Von den 13 Fachbereichen (FB), in denen Verdi die einzelnen Berufsgruppen vertritt, seien bereits acht für beide Bundesländer zuständig. Nur in den Fachbereichen FB6 (Bund und Länder, Tarifpolitik Öffentlicher Dienst) und FB7 (Gemeinden) soll es in den beiden Ländern auch künftig „politische Ansprechpartner“ geben, so Hau.

Der Sitz des neuen Bezirks soll Mainz sein, in Saarbrücken gebe es ein Landesbüro. Die bisherige Verwaltung würde im Saarland bleiben. Außerdem sei es möglich, dass zusätzliche Aufgaben von Mainz nach Saarbrücken verlagert würden.

Offen ist die langfristige Zukunft von Verdi-Landeschef Staudt. Er war in die Kritik geraten, weil er beispielsweise beim geplanten Abbau von 2400 Stellen gegenüber der Landesregierung unglücklich agiert habe. Auch dass er der Beerdigung seines Vorgängers und Förderers Rolf Linsler fernblieb, wurde ihm angekreidet. „Seit dem plötzlichen Herztod seines engen Mitarbeiters und Freundes Bernd Oleynik vor einem Jahr ist Staudt ein anderer“, sagt ein langjähriger Weggefährte. Staudt selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
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