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Ist das Gehalt des künftigen Sparkassen-Präsidenten zu hoch?

Saarbrücken/Merzig. Voraussichtlich im Juni wird die Verbandsversammlung des Saar-Sparkassenverbandes den künftigen Präsidenten küren. Einziger Kandidat für die Nachfolge von Franz-Josef Schumann, der zum Jahresende ausscheidet, wird wohl der amtierende Merziger SPD-Oberbürgermeister Alfons Lauer. Ihn haben bei einem Treffen am Freitagnachmittag im Saarbrücker Schloss die SPD-Landrätin Cornelia Hoffmann-Bethscheider (Neunkirchen), Peter Gillo (Regionalverband Saarbrücken) sowie die Landräte Patrik Lauer (Saarlouis) und Clemens Lindemann (Saarpfalz) nominiert. Die Kommunalpolitiker geben als Vertreter der Sparkassen-Gewährsträger den Ton in der Verbandsversammlung an. Die SPD hat in dem Gremium eine Mehrheit.

CDU-Landrat Udo Recktenwald (St. Wendel) und seine Kollegin Daniela Schlegel-Friedrich (Merzig-Wadern) sowie Völklingens OB Klaus Lorig sind offenbar bereit, Lauer zu wählen. Recktenwald spricht von einem „überlegenswerten Personalvorschlag“. Er besteht auf eine Vorstellung Lauers im Kreis der Landräte. Dann soll, so Recktenwald, auch über Geld gesprochen werden. Das Präsidentenamt bei den Sparkassen ist nach Informationen der Saarbrücker Zeitung mit rund 220.000 Euro dotiert. Recktenwald sieht die Zeit gekommen, ernsthaft über eine angemessene Reduzierung der Jahresbezüge zu reden. Recktenwald: „Ich denke, ein Zeichen kann man da schon setzen!“. Diese Meinung teilt auch die Neunkircher SPD-Landrätin Hoffmann-Bethscheider. Im Gespräch mit allen Beteiligten, also Kommunalpolitikern und Sparkassen-Vorstandschefs, soll eine Lösung gefunden werden. Die SPD-Politikerin kann sich vorstellen, dass der Sparkassen-Präsident künftig so viel verdient wie ein Landesminister. Dies sind etwa 140.000 Euro im Jahr und 80.000 Euro weniger als das aktuelle Gehalt des Sparkassen-Chefs.

Bei dem Treffen der SPD-Kommunalpolitiker am Freitag war die Gehaltsreduzierung noch kein Thema. Vielmehr wurden mit Saarpfalz-Landrat Lindemann (65) die Gründe besprochen, die aus SPD-Sicht dagegen sprechen, dass er sich als Sparkassen-Präsident bewirbt. Er ist bis 2015 als Landrat gewählt. Ein vorzeitiger Rücktritt würde die SPD im Kommunalwahl- und Landratswahlkampf 2014 belasten. Zudem wäre Lindemann bei einem Amtsantritt im Januar 2014 älter als Schumann, der in den Ruhestand geht. Auch SPD-Chef Heiko Maas hatte Lindemann signalisiert, dass seine Kandidatur unter diesen Vorzeichen öffentlich schwer vermittelbar sei.
 
Meinung
Bestätigung für Klaus Bouillon
Von Michael Jungmann


Es war der populäre St. Wendeler Bürgermeister Klaus Bouillon (CDU), der 2010 das öffentliche Interesse auf die lukrativen Gehälter in den Chefetagen der Sparkassen und damit auch beim Verband lenkte. Bei der St. Wendeler Sparkasse wurden für Neu-Vorstände zwischenzeitlich die Bezüge nach unten angepasst. Ein Erfolg für den Kritiker Bouillon.
Dass jetzt bei CDU und SPD laut über eine Kürzung des Gehaltes für den künftigen Sparkassen-Präsidenten gesprochen wird, darf Bouillon als späte Bestätigung seiner Initiative buchen. Der Wechsel im Präsidentenamt bietet die Chance für eine mutige Korrektur. Mehr Verantwortung als ein Minister hat der Verbandspräsident kaum. Den Sparkassen steht eine spannende Diskussion bevor.

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