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Ist diese Raupe wirklich so gefährlich?

Saarbrücken. Der Eichenprozessionsspinner führt ein Schattendasein: Anders als seine tagaktiven Verwandten verfügt er über ein unscheinbares Äußeres. Dennoch sorgten die graubraunen Nachtfalter – besser gesagt: ihre Larven – in den vergangenen Jahren mächtig für Furore. Der Grund sind die weißen Härchen der in Kolonien lebenden Raupen. Die enthalten das Gift Thaumethopoein. „Schwere allergische Reaktionen auf dieses Gift sind potenziell lebensgefährlich“, sagt Privatdozentin Dr. Claudia Pföhler. „Der Hautkontakt ist in der Regel nur lästig“, erklärt die Oberärztin der Hautklinik am Universitätsklinikum Homburg. Problematisch seien dagegen eingeatmete Härchen, die beispielsweise der Wind von den Raupennestern fortweht. Die könnten bei einigen Menschen schwere Asthmaanfälle hervorrufen.

Von einer Raupenplage im Saarland könne in diesem Jahr nicht die Rede sein, wie Saarforst-Sprecher Volker Wild erklärt. In wärmeren Jahren war das teilweise anders. Deshalb verfügte selbst der Saarforst bis 2011 über ein Spezialistenteam, das den Tierchen mit dem Bunsenbrenner zu Leibe rückt. Heute übernehmen das die Feuerwehr oder private Firmen, erklärt Wild. Rainer Ulrich nennt die Aufregung um die Raupen „eine wahnsinnige Hysterie“. Der Schmetterlings-Experte wehrt sich dagegen, die Raupen gefährlicher zu machen als sie sind. „Die Härchen lösen sich nur bei starkem Wind aus dem Nest, oder wenn jemand darin herumstochert.“

Deshalb sei es völlig unnötig, die Tiere zu töten. Lediglich bei Nestern in der Nähe von Kindergärten oder Spielplätzen hat er Verständnis dafür, dass Gemeinden auf Nummer sicher gehen wollen. Der stellvertretende Landesvorsitzende des Naturschutzbundes Saar, Rudi Reiter, zeigt dagegen Verständnis für die Zerstörung einzelner Raupennester – solange biologische Methoden genutzt würden. Eine echte Bedrohung für den Nachtfalter sieht Reiter nicht. „Man wird ohnehin niemals ganze Wanderwege nach den Raupen absuchen können.“ Gerade deshalb rät Dr. Claudia Pföhler Wanderern dazu, sich mit langer Kleidung vor den Härchen zu schützen, an windigen Tagen betroffene Wälder zu meiden und bei Kontakt mit den Tierchen den Arzt aufzusuchen. stl
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